Braucht Österreich eine Ski-Halle? Geht es nach dem rot-weiß-roten Verband, gibt es auf diese Frage nur eine Antwort: ja. "Das ist die Zukunft", sagt ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober. Eine eigene Arbeitsgruppe soll nun prüfen, ob, wann und wo ein solches Projekt realisiert werden kann.
Wie sehen die Topathleten dieses Thema? Marco Schwarz äußert sich im "Heute"-Gespräch skeptisch. "Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Natürlich, wenn man auf unsere Gletscher schaut, wird man eine brauchen. Aber klar ist, dass das eine unglaublich hohe Investition wäre. Auch die Erhaltungskosten sind massiv."
Schwarz liefert auch Argumente, die für eine Halle sprechen. "Für den Nachwuchs wäre es wichtig, im Sommer fahren zu können. Dafür wäre es perfekt." Er persönlich bevorzugt die Natur. "Wir brauchen nicht über das Gefühl reden, ob man auf dem Berg oben steht oder in einer Ski-Halle."
Auch Manuel Feller hat gemischte Gefühle, wenn es um Indoor-Pisten geht. "Ich war länger nicht in einer Halle und habe sie lange nicht mögen, weil der Schnee dort relativ tot ist. Aber was ich gehört habe, hat sich das gut weiterentwickelt."
Der Slalom-Spezialist hat auch die Vorteile im Kopf. "Du hast fast Laborbedingungen. Du hast die Möglichkeit, materialmäßig schnell zu reagieren, hast kurze Wege vom Zimmer in die Halle. Der Aufwand ist gering, wenn ich das mit Zermatt vergleiche, wo ich um halb fünf aufstehen muss, um sechs Paar Ski über drei Lifte auf 3.500 Meter raufzuschleppen. Das ist eine ganz andere Belastung."
Fellers Fazit: "Wenn wir in der Heimat eine Halle bekommen, wäre es ideal. Es ist aber nicht zu vergleichen mit echtem Winterschnee."