So findest du wirklich gutes Olivenöl im Supermarkt

Hochwertiges Olivenöl muss Auflagen erfüllen.
Hochwertiges Olivenöl muss Auflagen erfüllen.Getty Images/iStockphoto
Richtig gutes Olivenöl zu finden, ist schwierig – vor allem im Supermarkt. Darauf solltest du beim Kauf achten.

Es wird zum Anbraten verwendet, mit Salz zum Brot gereicht und verfeinert Salate, Focaccia oder sogar Desserts: Das aus dem Fruchtfleisch und dem Kern der Olive gewonnene Olivenölwird immer beliebter. Die weltweite Produktion und der Konsum sind in den letzten drei Jahrzehnten um 50 Prozent gestiegen.

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Das bringt nicht nur Vorteile mit sich: Im Handel wird günstiges Olivenöl verlangt, die Produzenten setzen folglich vermehrt auf Olivensorten, die ohne großen Aufwand zu ernten sind und einen hohen Ertrag versprechen. Damit gehen nach und nach die Biodiversität, Charakteristik und der Geschmack der Olivenöle verloren.

Sechs Merkmale, die dir verraten, ob das Olivenöl geschmacklich taugt

1. Kaufe Extra-vergine-Olivenöle

Extra-vergine-Olivenöle, im deutschen Sprachgebrauch auch native Olivenöle extra genannt, sind Öle der höchsten Güteklasse. Sie werden ausschließlich aus der Frucht des Olivenbaumes und nur anhand mechanischer Verfahren hergestellt. Da dabei auf jegliche Wärmeeinwirkung verzichtet wird, heißt es auch oft kaltgepresstes Olivenöl.

Natives Olivenöl wird ebenfalls direkt aus Oliven und mit mechanischen Verfahren gewonnen, darf aber leichte Fehler und einen höheren Anteil an freien Fettsäuren aufweisen. Olivenöl ohne Zusatzbezeichnung ist meist eine Mischung aus nativem und raffiniertem Olivenöl. Letzteres kann aus mangelhaften Oliven hergestellt und aufgrund seines hohen Säuregehaltes und unangenehmen Aromas ungeeignet für den Konsum sein. Durch chemische und mechanische Prozesse werden diese Merkmale beseitigt, also raffiniert.

Damit ein Olivenöl als "extra vergine" bezeichnet werden kann, muss es absolut fehlerfrei schmecken, bestimmte chemisch-analytische Grenzwerte einhalten und mit Fruchtigkeit im Geschmack und Geruch überzeugen. Diese können dabei sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und mal grün-fruchtig (etwa nach Gras, Zitrusfrüchten, Rosmarin oder Thymian) oder reif-fruchtig (nach Mandeln, reifen Tomaten, Erdbeere, Honig oder Vanille) schmecken.

Für die Qualität ist sowohl die Frucht selbst verantwortlich – etwa die Sorte, das Klima, die Pflege, der Erntezeitpunkt und die Lagerdauer – als auch ihre Verarbeitung. Diese sollte schnell, sauber und mit möglichst wenig Kontakt zu Sauerstoff und Wärme geschehen.

2. Olivenöl in dunklem Glas kaufen

Da Olivenöl bei Lichteinwirkung oxidiert und schneller ranzig wird, sollte es immer in dunklem Glas abgefüllt gekauft werden. Von Olivenölen in durchsichtigen Glasflaschen oder in Plastikflaschen lässt du besser die Finger – außer sie werden in dazu passender Kartonverpackung angeboten, damit das Öl lichtgeschützt aufbewahrt werden kann.

3. Italien, Spanien oder Griechenland?

Spanien, Italien und Griechenland sind die wichtigsten Anbauländer: Spanien mit seinen riesigen Olivenhainen produziert am meisten, Italien bietet dafür eine besonders große Sortenvielfalt. Ob das Öl aus Italien, Griechenland oder Spanien stammt, ist jedoch nicht entscheidend und eher Geschmackssache.

4. Gütesiegel und Kleingedrucktes beachten

Bei Qualitätsolivenöl sollten die Anbau-, Verarbeitungs- und Herstellungsregion identisch sein. Neben dem Vermerk kannst du auch auf Gütesiegel vertrauen: Die "geschützte Ursprungsbezeichnung" (Italienisch, Spanisch und Portugiesisch: DOP; Französisch: AOP, Englisch: PDO, Deutsch: g.U.) etwa besagt, dass das Olivenöl ausschließlich aus einem bestimmten geografischen Gebiet stammt und nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren hergestellt wurde.

Vermerke wie "in Italien abgefüllt" oder "Olivenöle der europäischen Union" deuten in den meisten Fällen wiederum darauf hin, dass das Öl oder die Oliven einen längeren Transport hinter sich haben – was zu Lasten der Qualität geht.

Olivenöle, deren Produzenten von Flos Olei ausgezeichnet wurden, haben Qualität. Flos Olei gilt als renommiertester Olivenöl-Guide der Welt und zeichnet jährlich die 500 besten Olivenöle aus.

5. Frisches Olivenöl erkennen

Zudem solltest du Olivenöl aus der aktuellen Ernteperiode kaufen. Da Oliven jeweils zwischen Oktober und Februar geerntet werden, wird die Flasche mit zwei Jahreszahlen gekennzeichnet. Die aktuelle Ernte ist somit 20/21 – Flaschen mit der Nummer 19/20 enthalten Öl der vorletzten Ernte. Diese Angabe findest du meist auf der Rückseite des Etiketts von Qualitätsproduzenten.

6. Nur gefiltertes Olivenöl kaufen

Naturtrübes Olivenöl aus einer qualitativ hochwertigen Produktion kann auch gut schmecken – jedoch altert es viel schneller und ist innerhalb weniger Wochen bis Monate ungenießbar. Von dem her bist du mit gefiltertem Extra-vergine-Olivenöl auf der sicheren Seite.

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