Christina Ettel (39) ist eigentlich in Bayern geboren, lebt aber schon lange in Österreich, genauer südlich von Wien. Hierzulande ist sie Profi-Rallye-Beifahrerin, gewann bereits mehrere Titel. Am Freitag stieg sie gemeinsam mit L’Osteria-Mitgründer Klaus Rader in einen Porsche GT3 RS, am Plan stand die zweite Etappe der Rallye "550 Challenge Mallorca". Was dann genau passierte, weiß Ettel nicht mehr.
Fest steht: Gegen 13 Uhr kam der Porsche auf der kurvenreichen Bergstraße im Norden Mallorcas aus bisher ungeklärter Ursache von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug durchbrach eine hölzerne Leitplanke und stürzte rund 30 Meter in die Tiefe. Zwischen Felsen blieb das völlig zerstörte Wrack liegen. Für Rader kam jede Hilfe zu spät, der Unternehmer starb noch an der Unfallstelle.
Ettel überlebte den Horror-Crash schwer verletzt. Gegenüber der deutschen "Bild" spricht die 39-Jährige nun erstmals über ihren Zustand. "Ich liege auf der Intensivstation in einem Privatkrankenhaus in Palma. Ich habe Wirbelbrüche und Prellungen", erzählt sie. Trotz ihrer schweren Verletzungen ist die Erleichterung groß: "Ich hatte so viel Glück. Ich bin nicht querschnittsgelähmt, ich kann alles bewegen. Und die Ärzte haben mir gesagt: 'Es wird wieder.'"
An den Unfall selbst hat die Rallye-Beifahrerin keinerlei Erinnerungen. "Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich kann mich an nichts erinnern. Ich war nach dem Unfall kurz bewusstlos", berichtet Ettel. Immer wieder würden sie Schockmomente einholen. Erst jetzt konnte sie wieder eine Kleinigkeit essen: "Nicht viel, ein bisschen Apfelmus."
Dass ihr Fahrer den Unfall nicht überlebt hat, wurde der 39-Jährigen inzwischen mitgeteilt. Die Nachricht trifft sie schwer. "Das tut mir unendlich weh. Das ist eine Achterbahn der Gefühle. Wir kannten uns noch nicht lange, aber im Auto ist man eine Einheit. Es ist ganz schrecklich", sagt sie unter Tränen.
Wie dramatisch der Absturz tatsächlich war, weiß Ettel noch gar nicht. Bilder des völlig zerstörten Porsche hat sie bisher nicht gesehen. Auch dass das Auto rund 30 Meter in die Tiefe stürzte, wurde ihr bewusst noch nicht erzählt, um ihre Genesung nicht zusätzlich zu belasten.
Die Verletzungen der Österreicherin sind schwer, laut ihren Ärzten aber behandelbar. Besonders betroffen ist ihre Wirbelsäule. "Ich habe mir den dritten Brustwirbel gequetscht, den ersten Halswirbel (C1) und den Brustwirbel D4 gebrochen", erklärt Ettel.
Eine Operation am ersten Halswirbel möchte sie vermeiden, um eine dauerhafte Versteifung im Nackenbereich zu verhindern. Stattdessen soll sie am Mittwoch ein sogenanntes Halogestell bekommen, das ihren Kopf und die Halswirbelsäule stabilisiert.
Zusätzlich muss sie ein Korsett im Brustbereich tragen. Acht bis zwölf Wochen wird sie voraussichtlich auf diese Hilfsmittel angewiesen sein. Wie lange die vollständige Genesung dauert, ist noch offen.
Trotz allem blickt die 39-Jährige dankbar auf ihre Rettung. "Ich bin so dankbar, dass ich leben darf", sagt sie. Im Krankenhaus werde sie bestens versorgt, allerdings sei sie noch sehr erschöpft.