Der Welser Verein "Rollende Engel" bekam eine Wunschanfrage von Rudolf: Er war verzweifelt, denn seine geliebte Mutter befand sich seit mehr als vier Wochen auf der Palliativstation. Ihre Kräfte schwanden von Tag zu Tag. So gerne wollte der Sohn noch einmal ein Familienfest zuhause organisieren.
Die Helfer zögerten nicht lange und waren binnen weniger Stunden einsatzbereit. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter Birgit, Gerlinde und Florian holten Herta von der Palliativstation ab. Sie war gezeichnet von ihrem Leiden, doch konnte es kaum erwarten, ihre Liebsten zu sehen. Auf der Fahrt erzählte sie immer wieder von ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln.
Daheim im Garten angekommen, wartete schon die gesamte Familie. Als die Türen des Spezialfahrzeug aufgingen, gab es Applaus. Alle kamen zum Van und begrüßten die Patientin mit Umarmungen und vielen Tränen.
Im Garten waren Zelte aufgebaut, Schnitzerl, Salate und Mehlspeisen vorbereitet und alles liebevoll dekoriert. Herta wurde mit der Trage an den Tisch gebracht fühlte sichtlich wohl.
"Dürfte ich bitte einen kleinen Schluck Bier haben? Ich möchte seit langem wieder mal was anderes trinken als Tee", sagte sie. Dieser Wunsch wurde ihr gleich vom Sohn erfüllt. Während des Essen umarmten immer wieder die Enkerl ihre Oma, gaben ihr Küsse und zeigten, wie lieb sie sie haben.
Am Nachmittag hatte der Fahrgast noch einen Wunsch: "Ich möchte so gerne die benachbarte Baustelle besichtigen." Auf der Fahrtrage ging es dorthin. Um die Wegzeit zu verkürzen, spielte der Verein Hertas Lieblingsmusik: die Beatles. Bei der Band lernte sie ihren Mann kennen und lieben.
Schlussendlich verweilten alle noch gemütlich im Garten, es gab spannende Gespräche fanden statt. Als die Kräfte jedoch immer weniger wurden, beschlossen das Team, die Heimreise anzutreten. Es kam zum innigen Abschiednehmen.
Im Krankenhaus brachten die drei Ehrenamtlichen Herta gut zurück auf ihr Zimmer. Sie war schwach, aber voller Freude. "Danke, dass ihr mir das heute noch ermöglicht habt. Ich bin so glücklich, meine Familie ein letztes Mal gesehen zu haben."
Kurze Zeit später starb die arg angeschlagene Frau. "Unsere Anteilnahme gilt allen Angehörigen", schreibt der Verein "Rollende Engel" auf Facebook.
Wer seine wertvolle Arbeit unterstützen möchte, findet alle Infos hier.