Licht aus, Fernseher schwarz, WLAN weg: Ein Stromausfall kann den Alltag ordentlich durcheinanderbringen. In Österreich passiert das allerdings vergleichsweise selten. Die neuesten Zahlen der E-Control zeigen für 2025 sogar einen Rekord.
Im Durchschnitt waren Stromkunden im vergangenen Jahr 16,62 Minuten ungeplant ohne Versorgung. Damit wurde der beste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2005 erreicht. Zum Vergleich: 2024 waren es noch 23,41 Minuten.
"Das liegt vor allem daran, dass es im Jahr 2025 kaum zu regional außergewöhnlichen Ereignissen gekommen ist", erklärt E-Control-Vorstand Alfons Haber.
Noch geringer fallen die Ausfallszeiten beim Gas aus. Hier waren Kunden 2025 durchschnittlich lediglich 2,15 Minuten ungeplant ohne Versorgung. Ein Jahr zuvor waren es noch 3,87 Minuten.
Dass die Werte beim Gas deutlich niedriger sind, hat einen einfachen Grund: Gasleitungen verlaufen großteils unterirdisch und sind damit weniger stark Unwettern und anderen äußeren Einflüssen ausgesetzt als etwa Strom-Freileitungen.
Insgesamt meldeten die Stromnetzbetreiber 2025 österreichweit 14.869 Versorgungsunterbrechungen mit einer Dauer von mehr als einer Sekunde. 2024 waren es noch 18.499. Rund 61 Prozent der Unterbrechungen waren geplant, etwa wegen Arbeiten am Netz. Gut 39 Prozent passierten ungeplant.
Bei Gas wurden insgesamt 2.769 Unterbrechungen registriert, nach 3.157 im Jahr davor. Rund 36 Prozent waren geplant, 64 Prozent ungeplant.
Bei ungeplanten Stromausfällen spielten 2025 vor allem netzinterne Probleme eine Rolle. Dazu gehören etwa Kabelschäden. Mehr als 15 Prozent der Unterbrechungen gingen auf solche Ursachen zurück. Atmosphärische Einwirkungen waren für knapp zehn Prozent verantwortlich.
Auch extreme Naturereignisse wie massive Überschwemmungen oder Erdbeben können zu Ausfällen führen. 2025 blieben größere regionale Ausnahmeereignisse allerdings weitgehend aus. Wer von einer Störung betroffen ist, sollte sich direkt an seinen Netzbetreiber wenden. Dort können Kunden auch Informationen über die jeweilige Störungsstatistik bekommen.
Besonders stabil war die Stromversorgung in Wien. Laut Wiener Netzen lag die durchschnittliche ungeplante Ausfallsdauer 2025 bei nur 14,46 Minuten – ebenfalls ein neuer Bestwert. Damit schnitt die Bundeshauptstadt besser ab als der Österreich-Schnitt von 16,62 Minuten.
Statistisch gesehen ist ein Kunde im Versorgungsgebiet der Wiener Netze überhaupt nur etwa alle vier Jahre von einem Stromausfall betroffen.
Um die Versorgung auch künftig stabil zu halten, investieren die Wiener Netze jährlich rund 490 Millionen Euro in ihre Infrastruktur. Etwa drei Viertel davon fließen in das Stromnetz. Bis 2040 sollen unter anderem rund 13 neue Umspannwerke entstehen. Zudem setzt der Netzbetreiber verstärkt auf Digitalisierung und aus der Ferne steuerbare Transformatoren.