So nistet sich Glücksspiel-Mafia in Wiens Kellern ein

Illegales Casino Favoriten
Illegales Casino FavoritenLPD Wien
Die Casinos, die von der Polizei in Wien ausgehoben wurden, sollen nur die Spitze des Eisbergs sein was illegales Glücksspiel in Wien betrifft.

Zeitgleich mit der Corona-Pandemie verbreitet sich in Wien scheinbar auch ein Parasit – im Casino- und Wettbüro-Lockdown blühen illegale Glücksspielstätten. In den vergangenen Wochen sprengte die Wiener Polizei gleich vier illegale Casino-Unternehmungen in Wiener Kellern. In ganz Wien wird im Lockdown scheinbar klammheimlich gezockt. 

Voll ausgestattetes Casino im Keller

Die geräumten Keller-Casinos waren voll ausgestattet – in Favoriten stellten die Beamten fünf Glücksspielautomaten und drei Pokertische sicher, es sollen illegal Gas und Strom bezogen worden sein. Es hagelte Anzeigen, 29 Personen waren vor Ort, als die WEGA das illegale Casino räumte. Nach Angaben der Wiener Polizei kam es zu Übertretungen nach dem Meldegesetz, Feuerpolizeigesetz, Tabakgesetz, Preisauszeichnungsgesetz sowie nach dem Jugendschutzgesetz.

Diese Vorfälle dürften laut einem Insider nur ein kleiner Teil einer riesigen Operation gewesen sein. Er berichtet, illegale Casinos seien eine Plage, die sich in ganz Wien breit macht. Es gäbe momentan genug leerstehende Häuser, diese seien einfach zu finden. "Ich muss einfach nur mit offenen Augen durch die Stadt gehen. Dreckige Fenster sind beispielsweise ein Indiz dafür, dass ein Haus leer steht", berichtet er. 

Hausbewohner in Gefahr

Auch eine leerstehende Wohnung beziehungsweise ein Keller reicht schon – das Haus in Wien-Favoriten, in dem im großen Stil gezockt wurde, soll nicht ganz leer gestanden haben. Im Haus war Berichten zufolge noch eine ältere Dame eingemietet. Diese will aber vom Casino-Betrieb nichts bemerkt haben. "Die fünf Spielautomaten und drei Pokertische, die im Keller standen, müssen auch von jemand ins Haus getragen worden sein. Es ist kaum möglich, dass niemand etwas gesehen hat", berichtet der Insider. 

Dennoch könne nicht mit der Kooperation der Bewohner gerechnet werden. Laut Berichten zufolge soll im Keller-Casino in Wien-Favoriten auch bewaffnetes Sicherheitspersonal der kriminellen Betreiber abgeführt worden sein. Es sei zu vermuten, dass die mafiösen Banden mit Einschüchterung arbeiten, um unschuldige Mitwisser ruhig zu stellen. 

Lockdown ist eine lukrative Chance für mafiöse Banden

Das große Problem im Lockdown sei die Tatsache, dass Casinos zugesperrt sind, Spielsüchtige aber deswegen nicht einfach aufhören können zu spielen. Wer nicht vorher schon dem Online-Poker gefrönt hat, wird auch jetzt nicht auf eine physische Spielstätte verzichten können. Durch diesen Umstand erfreut sich die Glücksspiel-Mafia aus dem Südosten über das Geschäft ihres Lebens. In legalen Casinos gibt es meistens einen Höchsteinsatz, mit dem beispielsweise am Roulette gespielt werden kann. Nicht so in den Untergrund-Casinos, hier gibt es kein Limit nach oben. 

Finanzminister Blümel sagt Glücksspiel-Mafia den Kampf an

Finanzminister Blümel kündigte nach der Aushebung eines Untergrund-Casinos in der Wiener Donaustadt an, weiterhin hart gegen illegales Glücksspiel vorgehen zu wollen: "In Wien haben sich zuletzt wieder neue kriminelle Strukturen im Bereich des illegalen Glücksspiels angesiedelt. Die konsequente Arbeit der Finanzpolizei bringt diese mafiösen Banden aus dem Südosten massiv unter Druck. Der hohe Suchtfaktor von Glücksspiel führt dazu, dass süchtige Spielerinnen und Spieler häufig versuchen, ihre existenzbedrohenden finanziellen Verluste durch Begleitkriminalität auszugleichen. Besonders fatal ist die in Wien immer öfter auftretende Kombination aus illegalem Glücksspiel und Drogenkonsum. Wir werden auch weiterhin hart und konsequent gegen diese Kriminellen vorgehen und die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Polizei fortsetzen. Der Kampf gegen illegales Glücksspiel wird auch weiterhin forciert werden."

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