Spanien hat kulinarisch einiges zu bieten: Von Gazpacho über Gambas al Ajillo bis zur Crema Catalana – aber das bekannteste Gericht ist und bleibt die Paella. Viele stellen sich darunter Reis mit Garnelen oder Muscheln vor. Dabei sind in der originalen Paella gar keine Meeresfrüchte.
Valencia, die drittgrößte Stadt Spaniens, gilt als Heimat der Paella. Im nahegelegenen Naturpark Albufera begann einst der Reisanbau in Spanien. Hier in den Restaurants der Region wird die Paella Valenciana serviert - zu deren Zutaten neben Reis, Kaninchen, Huhn oder gerne auch Schnecken zählen. Eine Reispfanne mit Garnelen, Krabben und Tintenfischen heißt in Valencia hingegen "Arroz del Senyoret".
Auf den Tisch kommt das deftige Gericht allerdings nur zu Mittag - und meistens am Sonntag. Dann wird aus einem einfachen Essen ein richtiges Ritual: Familie und Freunde versammeln sich und essen gemeinsam direkt aus der Pfanne.
Wer Paella Valenciana also mit Meeresfrüchten oder gar am Abend bestellt, entlarvt sich eindeutig als Tourist.
"Die Bedeutung der Paella für Valencia zeigt sich auch in spektakulären Aktionen: Am 8. März 1992 wurde hier eine Paella für 100.000 Menschen gekocht – ein Guinness-Weltrekord. Die Pfanne hatte einen Durchmesser von zwanzig Metern", schreibt das Reise-Magazin "Travelbook". Außerdem findet jedes Jahr ein Kochwettbewerb in Valencia statt, bei dem die beste Paella gekürt wird.