Für vier junge IT-Lehrlinge endet die Ausbildung bei einer Softwarefirma mit einem finanziellen Rückschlag. Das Unternehmen ging im August in Konkurs – zuvor sollen die Jugendlichen über Monate hinweg nicht vollständig bezahlt worden sein. In einem Fall blieb das Lehrlingseinkommen zuletzt sogar komplett aus.
Besonders lange war einer der Betroffenen im Unternehmen: Er war bereits seit Juli 2025 dort beschäftigt. Ab September desselben Jahres bekam er laut Insolvenzschutzverband nicht mehr die volle Entlohnung, die ihm laut Kollektivvertrag zugestanden wäre. Später blieben die Zahlungen vollständig aus.
Auch zwei weitere Lehrlinge, die Anfang 2026 ihre Ausbildung begonnen hatten, waren betroffen. Zunächst erhielten sie zu wenig Geld, anschließend wurde gar nichts mehr bezahlt. Ein vierter Jugendlicher startete erst im Juni 2026 – und wartet laut den Angaben bislang auf sein Geld.
Problematisch wird die Situation durch die gesetzliche Sicherungsfrist des Insolvenz-Entgelt-Fonds. Offene Ansprüche sind nur für die letzten sechs Monate vor der Insolvenzeröffnung abgesichert. Ältere Forderungen können dadurch verloren gehen.
Bei zwei der vier Lehrlinge ist diese Absicherung bereits ausgeschöpft. Ein weiterer Lehrling wird wohl Geld verlieren, weil der Arbeitgeber noch länger nicht vollständig zahlte.
Für die Arbeiterkammer zeigt der Fall, wie besonder junge Menschen am Beginn ihres Berufslebens betroffen sein können. Häufig fehlen finanzielle Rücklagen und auch das Wissen über die eigenen Rechte im Arbeitsleben.
"Lehrlinge stehen am Beginn ihres Berufslebens und verdienen besonderen Schutz. Es ist schon schlimm genug, wenn Lehrbetriebe monatelang nicht korrekt zahlen und Lehrlinge um ihr hart erarbeitetes Geld kämpfen müssen. Wenn der Lehrbetrieb dann auch noch insolvent wird und die Lehrlinge ihren Ausbildungsplatz verlieren, ist das besonders hart. Sechs Monate sind gesichert, den Rest wird einer der Betroffenen wohl nie bekommen. Eine Kürzung des Sicherungszeitraumes würde diese Situation noch weiter verschärfen. Das wäre aus unserer Sicht hochproblematisch, da Lehrlinge mehr Sicherheit brauchen, nicht weniger", sagt AK-Insolvenzschutz-Experte Daniel Holzer.