Ein französischer Marinesoldat hat unabsichtlich die genaue Position des Flugzeugträgers "Charles de Gaulle" verraten – und das nur durch die Nutzung einer Jogging-App.
Wie die Zeitung "Le Monde" am Donnerstagabend berichtet hat, konnte sie über das öffentlich einsehbare Profil des Soldaten auf der Fitness-App Strava fast in Echtzeit verfolgen, wie er am 13. März auf dem fahrenden Flugzeugträger im Mittelmeer nordwestlich von Zypern seine Runden gelaufen ist. Frankreich hat die "Charles de Gaulle" und mehrere Begleitschiffe Anfang März, kurz nach Beginn des Iran-Kriegs, ins Mittelmeer geschickt.
Laut "Le Monde" war derselbe Strava-Nutzer schon Ende Februar in Kopenhagen unterwegs – und zwar auf der anderen Seite der Öresundbrücke, Richtung schwedisches Malmö. Genau dort lag der französische Flugzeugträger zu diesem Zeitpunkt vor Anker. Der Generalstab der französischen Armee hat angekündigt, "angemessene Maßnahmen" zu setzen, falls sich der Bericht bestätigen sollte.
Das Verhalten, wie es im Bericht geschildert wird, entspricht "nicht den geltenden Vorschriften". Die Mitglieder der Kriegsmarine und des Militärs werden regelmäßig über die Sicherheitsrisiken informiert, die mit der Nutzung von Handys und anderen Geräten verbunden sind.
Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass durch Fitnesstracker sensible Daten bekannt werden. Vor zwei Jahren hat "Le Monde" berichtet, dass Leibwächter des französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie des damaligen US-Präsidenten Joe Biden und des russischen Staatschefs Wladimir Putin unabsichtlich ihren Aufenthaltsort verraten haben, während sie ihre Schützlinge auf Reisen begleitet haben.
2018 haben Strava-Daten sogar die Bewegungsprofile von US-Soldaten und deren Verbündeten im Irak, in Syrien und Afghanistan gezeigt – Infos, die für die Planung von Anschlägen und Hinterhalten hätten verwendet werden können.