85 prozentige Verdeckung

Sonnenfinsternis: Was das für unseren Strom bedeutet

Wenn sich am Mittwoch der Mond vor die Sonne schiebt, wird es auch über Österreich deutlich dunkler. Die Sonne wird bis zu 85 Prozent verdeckt.
Newsdesk Heute
11.08.2026, 21:16
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Am Mittwoch, dem 12. August, steht Österreich ein seltenes Himmelsspektakel bevor. Gegen 19.22 Uhr beginnt die partielle Sonnenfinsternis. Kurz vor Sonnenuntergang wird ein Großteil der Sonnenscheibe vom Mond verdeckt sein.

Wer angesichts der vielen Photovoltaikanlagen einen plötzlichen Einbruch bei der Stromproduktion erwartet, kann jedoch beruhigt sein. Die Austrian Power Grid (APG) rechnet österreichweit mit lediglich rund 19 Megawatt weniger Photovoltaikleistung.

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Ohne Sonnenfinsternis würden zu diesem Zeitpunkt laut Prognose etwa 212 Megawatt Solarstrom erzeugt, mit der Finsternis sollen es rund 193 Megawatt sein.

Die Differenz entspricht laut Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner ungefähr dem Verbrauch von 9.500 gleichzeitig eingeschalteten Wasserkochern.

„85 Prozent der Sonne sind kurz weg, aber unser Stromsystem ist vorbereitet. Für Österreich erwarten wir nur rund 19 Megawatt weniger Solarstrom. Die Versorgung ist sicher.“
Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner

Zeitpunkt macht den Unterschied

Dass der Effekt trotz der starken Verdunkelung so gering bleibt, hat einen einfachen Grund: Die Sonnenfinsternis kommt für die Solaranlagen sehr spät.

Sie beginnt in Österreich gegen 19.22 Uhr und erreicht erst am Abend ihren Höhepunkt. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne bereits sehr tief und die Photovoltaikanlagen produzieren ohnehin nur noch einen Bruchteil ihrer möglichen Leistung.

Würde eine vergleichbare Sonnenfinsternis hingegen an einem sonnigen Vormittag oder zu Mittag stattfinden, könnte die fehlende Leistung laut den Angaben mehrere Tausend Megawatt betragen.

Besondere Maßnahmen sind diesmal nicht notwendig. Die Netzbetreiber haben das Ereignis bereits in ihren Prognosen berücksichtigt.

Europa verliert bis zu 9,7 Gigawatt

Europaweit fällt der Effekt wesentlich größer aus. Berechnungen des europäischen Übertragungsnetzbetreiberverbands ENTSO-E zufolge könnte die Solarstromproduktion bei klarem Himmel zeitweise um bis zu 9,7 Gigawatt niedriger liegen als ohne Sonnenfinsternis.

Besonders gefordert sind Spanien und Deutschland. Teile Spaniens liegen in der Zone der totalen Sonnenfinsternis, während Deutschland über enorme installierte Photovoltaikkapazitäten verfügt.

Die Einbußen treten allerdings nicht überall gleichzeitig auf. Mit dem Schatten des Mondes wandert auch der Rückgang der Solarstromproduktion von Westen nach Osten durch Europa. Die Netzbetreiber haben sich mit zusätzlichen Prognosen und verstärkter Abstimmung darauf vorbereitet.

2015 war Strom-Effekt viel größer

Überraschend ist vor allem der Vergleich mit der Sonnenfinsternis von 2015. Damals waren im europäischen Verbund erst rund 89 Gigawatt Photovoltaikleistung installiert. Dennoch gingen die Netzbetreiber von einem möglichen Einbruch der Solarproduktion von mehr als 34 Gigawatt aus.

Mittlerweile gibt es in der EU mehr als 400 Gigawatt Solarleistung – mehr als viermal so viel. Trotzdem werden diesmal maximal 9,7 Gigawatt weniger erwartet.

Entscheidend ist erneut die Uhrzeit. Die Sonnenfinsternis 2015 fand am Vormittag statt, als die Solarstromproduktion kräftig anstieg. Diesmal kommt die Verdunkelung erst am Abend.

"Die beste Vorsorge sind starke Netze, Speicher, flexible Kraftwerke und Verbraucher", betont Zehetner. Je mehr erneuerbare Energie genutzt werde, desto wichtiger werde ein Stromsystem, das flexibel auf Schwankungen reagieren könne.

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