Angst in Österreich wächst

Fast jeder Zweite sorgt sich jetzt um unser Trinkwasser

Wasser im Überfluss könnte in Österreich bald nicht mehr selbstverständlich sein. Eine neue Umfrage zeigt: Die Sorge vor Engpässen wächst deutlich.
Newsdesk Heute
11.08.2026, 17:22
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Trockenheit, niedrige Flusspegel und außergewöhnliche Hitze verändern den Blick der Österreicher auf eine der wichtigsten Ressourcen. Laut einer repräsentativen Marketagent-Studie unter 1.000 Personen machen sich mittlerweile jeder Zweite (genau: 47 Prozent) Sorgen um die heimische Trinkwasserversorgung. 2023 waren es erst 33 Prozent.

Noch deutlicher fällt der Blick in die Zukunft aus: 61 Prozent rechnen damit, dass Österreich innerhalb der kommenden zehn Jahre Probleme bei der Wasserverfügbarkeit bekommen wird. Vor drei Jahren waren es 49 Prozent.

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Auch die aktuelle Situation wird kritischer gesehen. 46 Prozent beurteilen die derzeitige Verfügbarkeit von Wasser und Trinkwasser als problematisch. 2023 waren es lediglich 24 Prozent.

Niedrige Pegel fallen Österreichern auf

Die Trockenheit ist für viele längst sichtbar. 57 Prozent der Befragten schätzen die Niederschlagsmenge in diesem Jahr im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren als deutlich geringer ein. Sechs von zehn sehen darin keine kurzfristige Wetteranomalie, sondern eine längerfristige Entwicklung.

Auch die niedrigen Wasserstände bleiben nicht unbemerkt: 43 Prozent berichten von starken Pegelrückgängen an österreichischen Seen und Flüssen. Weitere 40 Prozent haben zumindest leichte Rückgänge wahrgenommen.

Damit haben insgesamt 83 Prozent Veränderungen an den heimischen Gewässern festgestellt.

"Wasserknappheit ist für viele Menschen mittlerweile kein abstraktes Zukunftsszenario mehr", erklärt Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl. Ausgetrocknete Böden, niedrige Pegelstände und außergewöhnliche Hitze würden die Entwicklung unmittelbar sichtbar machen.

So haben die 1.000 Befragten abgestimmt
Marketagent/KI

Österreicher unterschätzen Verbrauch massiv

Beim eigenen Wasserverbrauch zeigt sich allerdings eine deutliche Wissenslücke. Zwar geben 86 Prozent an, im Alltag zumindest ein wenig auf ihren Verbrauch zu achten. Wie viel tatsächlich aus dem Wasserhahn fließt, wird jedoch stark unterschätzt.

Die Befragten gehen im Durchschnitt von 85 Litern pro Person und Tag aus. Tatsächlich liegt der Verbrauch laut zuständigem Bundesministerium bei rund 130 Litern täglich – also etwa 45 Liter höher.

Angst vor Waldbränden und Problemen für Bauern

Die Befürchtungen gehen weit über die Trinkwasserversorgung hinaus. 92 Prozent halten es für wahrscheinlich, dass zunehmende Wasserknappheit in den kommenden zehn Jahren die Waldbrandgefahr erhöht.

Fast genauso viele, nämlich 90 Prozent, rechnen mit negativen Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Selbst gesundheitliche Gefahren durch fehlendes Trinkwasser halten inzwischen 56 Prozent für möglich.

Auch Auswirkungen auf die Energieversorgung werden von den Befragten als mögliches Problem wahrgenommen.

Trinkwasser ist Österreichern besonders wichtig

Welchen Stellenwert Wasser inzwischen hat, zeigt eine weitere Frage der Studie. 84 Prozent betrachten den Zugang zu sauberem Trink- und Quellwasser als eine der wertvollsten Errungenschaften Österreichs.

Damit landet Wasser sogar deutlich vor der umfassenden Gesundheitsversorgung und einer hohen Luftqualität, die jeweils von rund 71 Prozent genannt wurden.

Mehrheit wäre zu Verboten bereit

Sollte Wasser tatsächlich knapp werden, wäre eine große Mehrheit zu Einschränkungen bereit – zumindest bei Dingen, die nicht zum täglichen Grundbedarf gehören.

Ein Autowaschverbot würden 85 Prozent unterstützen. 2023 waren es noch 78 Prozent. Auch ein Verbot, private Pools mit Wasser zu befüllen, hätte mit 78 Prozent Zustimmung eine klare Mehrheit.

Die Ergebnisse zeigen damit einen deutlichen Wandel innerhalb weniger Jahre: Wasser wird in Österreich zunehmend nicht mehr als unbegrenzt verfügbare Selbstverständlichkeit wahrgenommen, sondern als Ressource, deren Verfügbarkeit künftig zum Problem werden könnte.

{title && {title} } red, {title && {title} } 11.08.2026, 17:22