Was Urlauber wissen müssen

Spanien verschärft Regeln: Das ändert sich ab Oktober

Neue Regeln sollen ab 1. Oktober Radfahrer, Biker und E-Scooter besser schützen. Für Urlauber ändert sich damit einiges.
Heute Life
16.09.2026, 09:31
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Wer im Herbst mit dem Auto, Motorrad oder E-Scooter durch Spanien unterwegs ist, sollte genauer auf die Verkehrsregeln achten. Ab 1. Oktober 2026 gelten zahlreiche neue Vorschriften. Die spanische Verkehrsbehörde DGT will damit vor allem jene schützen, die bei einem Unfall besonders gefährdet sind: Radfahrer, Motorradfahrer, E-Scooter-Nutzer und Fußgänger.

E-Scooter: Helm wird Pflicht

Besonders E-Scooter-Fahrer müssen sich auf neue Vorgaben einstellen. Die Fahrzeuge fallen in Spanien unter die Kategorie "VMP" – also persönliche Mobilitätsfahrzeuge. Wer einen solchen Roller fährt, muss künftig mindestens 15 Jahre alt sein und einen Helm tragen. Bei Dunkelheit kommt eine Warnwestenpflicht hinzu. Für sogenannte Rider, die etwa Essen oder Waren ausliefern, gilt die Warnwestenpflicht sogar ständig.

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Außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen VMP auch Radwege benutzen. Eine weitere Änderung kommt allerdings erst im nächsten Jahr: Das Licht muss ab 1. Oktober 2027 während der Fahrt immer eingeschaltet sein.

Radfahrer bekommen deutlich mehr Schutz

Auch für Radfahrer wird es strenger. Die bisherigen Ausnahmen bei der Helmpflicht fallen weg. Damit gilt künftig grundsätzlich: Helm auf – auch innerhalb von Ortschaften. Besonders interessant ist die neue Regelung beim Überholen. Außerorts müssen Autofahrer ihre Geschwindigkeit beim Überholen eines Radfahrers künftig um mindestens 20 km/h unter die jeweils erlaubte Höchstgeschwindigkeit reduzieren.

Noch wichtiger: Gibt es auf einer Straße mehrere Fahrstreifen pro Richtung, muss das Auto beim Überholen vollständig auf den benachbarten Fahrstreifen wechseln. Der vorgeschriebene Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern bleibt bestehen.

Radler dürfen mitten auf der Straße fahren

Innerorts sollen Radfahrer künftig möglichst in der Mitte der Fahrbahn unterwegs sein. Die DGT begründet das mit einem höheren Sicherheitsniveau. Autofahrer müssen zudem einen Abstand von fünf Metern zu Radfahrern einhalten – sowohl vor als auch hinter ihnen.

Eine weitere Neuerung betrifft Einbahnstraßen mit einem Tempolimit von maximal 30 km/h: Gemeinden können Radfahrern künftig erlauben, diese Straßen in beide Richtungen zu befahren. Voraussetzung ist eine entsprechende Beschilderung.

Motorradfahrer: Handschuhe und feste Schuhe

Auch für Motorrad-, Moped- und Rollerfahrer wird es neue Pflichten geben. Außerorts müssen Fahrer und Mitfahrer künftig Handschuhe tragen. Auf allen Straßen gilt außerdem: Wer auf einem motorisierten Zweirad unterwegs ist, muss geschlossenes Schuhwerk tragen.

Motorradfahrer dürfen sich bei Staus künftig am rechten Seitenstreifen vorbeibewegen – allerdings nur mit maximal 30 km/h. Bei Schutzhelmen wird ebenfalls nachgeschärft. Diese müssen künftig nicht nur zertifiziert, sondern auch homologiert sein. Diese Bestimmung tritt allerdings erst 2027 in Kraft.

Gurtpflicht ohne Ausnahmen

Auch Autofahrer bekommen neue Vorgaben zu spüren. Die bisher bestehenden Ausnahmen von der Gurtpflicht werden weitgehend gestrichen.

Betroffen sind unter anderem bestimmte Taxifahrer, Paketzusteller und Fahrschullehrer. Eine Ausnahme bleibt: Sanitäter in einem Rettungswagen dürfen zur Versorgung von Patienten weiterhin ohne Gurt unterwegs sein.

Rettungsgasse wird klar geregelt

Spanien schafft außerdem genauere Regeln für die Rettungsgasse. Sobald der Verkehr wegen Stau oder eines Unfalls so langsam wird, dass nur noch Schrittgeschwindigkeit möglich ist, müssen die Fahrzeuge Platz für Einsatzkräfte schaffen.

Bei einer einspurigen Fahrbahn sollen alle Fahrzeuge an den rechten Rand fahren. Bei zwei Fahrstreifen entsteht die Gasse zwischen den beiden Spuren. Bei drei Spuren wird sie zwischen der linken und der mittleren Fahrspur gebildet.

Auch beim Vorbeifahren an Pannenfahrzeugen oder Einsatzfahrzeugen gelten neue Vorgaben: Mindestens 1,5 Meter Abstand müssen eingehalten werden, gleichzeitig ist die Geschwindigkeit um mindestens 20 km/h unter das erlaubte Limit zu reduzieren.

Wohnmobile bekommen weniger Freiheiten

Wer Spanien mit dem Wohnmobil bereist, muss ebenfalls genauer hinschauen. Beim Parken dürfen künftig keine Fahrzeugteile wie Markisen oder Stufen über die Außenkante des Fahrzeugs hinausragen.

Das Wohnmobil muss außerdem ausschließlich auf seinen Reifen stehen. Stützen oder Keile sind beim Parken damit tabu. Auch Flüssigkeiten dürfen nicht aus dem Fahrzeug abgelassen werden.

red,16.09.2026, 09:31