Entwicklung geht weiter

50 Jahre Gurtpflicht! Warum der Klick Leben rettet

Seit genau 50 Jahren gilt in Österreich die Gurtpflicht. Was heute für die meisten selbstverständlich ist, hat unzählige Menschenleben gerettet.
Maxim Zdziarski
14.07.2026, 16:20
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Am 15. Juli 1976 wurde das Anschnallen in Österreich zur Pflicht. Ein halbes Jahrhundert später steht fest: Kaum eine Maßnahme hat die Verkehrssicherheit so nachhaltig verbessert wie der Sicherheitsgurt. Das Risiko, bei einem Verkehrsunfall schwere oder sogar tödliche Verletzungen zu erleiden, ist ohne angelegten Gurt mehr als dreimal so hoch.

Aktuelle Zahlen zeigen, wie wichtig das Anschnallen nach wie vor ist. Rund 30 Prozent aller tödlich verunglückten Pkw-Insassen in Österreich waren in den vergangenen zehn Jahren nicht angeschnallt.

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Volvo machte Erfindung für alle frei

Der Dreipunkt-Sicherheitsgurt wurde bereits 1959 vom Volvo-Ingenieur Nils Bohlin entwickelt. Statt das Patent exklusiv zu nutzen, stellte Volvo die Erfindung allen Autoherstellern kostenlos zur Verfügung – mit dem Ziel, möglichst viele Menschenleben zu retten.

"Was 1959 mit einem offengelegten Patent begann, ist heute ein wesentlicher Teil unserer Unternehmensphilosophie", erklärt Magdalena Ebmer, Head of Austria & Commercial Director von Volvo Car Austria. Mit der 2019 gestarteten Initiative "E.V.A. (Equal Vehicles for All)" stellte der Autobauer zudem jahrzehntelange Unfall- und Sicherheitsdaten öffentlich zur Verfügung.

Schon 30 km/h können lebensgefährlich sein

Wie entscheidend der Gurt ist, zeigt auch die Physik: Ein Aufprall mit nur 30 km/h ohne Sicherheitsgurt entspricht in seiner Wucht einem Sturz aus rund vier Metern Höhe.

Auch moderne Airbags und Assistenzsysteme können ihre Schutzwirkung nur dann voll entfalten, wenn die Insassen angeschnallt sind.

"Wir sehen in der Praxis häufig Sitz- und Lenkradhaltungen, die das optimale Zusammenspiel von Gurt und Airbags verhindern", erklärt Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor der ÖAMTC Fahrtechnik. Deshalb sei die richtige Sitzposition ein fixer Bestandteil jedes Fahrtechniktrainings.

Gefahr auch auf der Rückbank

Besonders unterschätzt werde laut ÖAMTC die Gurtpflicht auf den hinteren Sitzplätzen. Ungesicherte Personen entwickeln bei einem Unfall enorme Kräfte und gefährden nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen auf den Vordersitzen.

Der Sicherheitsgurt wird jetzt intelligent

Auch nach 67 Jahren ist die Entwicklung des Sicherheitsgurts nicht abgeschlossen. Volvo präsentierte kürzlich den neuen multiadaptiven Sicherheitsgurt, der im neuen Volvo EX60 erstmals zum Einsatz kommt.

Das intelligente System nutzt Daten von Innen- und Außensensoren und passt die Gurtkraft in Echtzeit an die jeweilige Unfallsituation an. Insgesamt stehen elf unterschiedliche Schutzprofile zur Verfügung, die unter anderem Körpergröße, Gewicht und die Schwere des Unfalls berücksichtigen.

Langfristig will Volvo auch diese Technologie der gesamten Automobilbranche zugänglich machen – ganz im Sinne der Idee, mit der vor über sechs Jahrzehnten alles begann: Sicherheit soll allen zugutekommen.

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