Drogenproblem wächst

Spardruck – Suchthilfe verliert wichtigen Standort

Immer mehr Menschen suchen in Wien Hilfe wegen Drogenproblemen – gleichzeitig wird bei der Suchthilfe gespart.
Wien Heute
12.07.2026, 14:40
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Immer mehr Wiener suchen Hilfe wegen Drogenproblemen – doch auch bei der Suchthilfe muss gespart werden. Die Beratungsorganisation "Dialog" kämpft mit gekürzten Mitteln und musste bereits einen wichtigen Standort schließen.

"Wir mussten auch einen Standort schließen, also den Standort 'Sucht und Beschäftigung'. Das ist jener Standort, wo es um die berufliche Reintegration von Menschen mit einem Suchtproblem gegangen ist.", schildert Ursula Zeisel von "Dialog" im Interview mit ORF Wien.

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Schließung trotz hohen Bedarfs

Die Schließung bedeutet allerdings nicht, dass es weniger Betroffene gibt. Menschen mit Fragen rund um Sucht und Beruf benötigen weiterhin Unterstützung und werden nun auf andere Standorte verteilt. Auch in der Betreuung von Alkoholkranken machen sich die Einsparungen bemerkbar. Nach Angaben von Zeisel erhalten Betroffene teilweise nur noch kürzere oder gar keine Begleitung mehr.

Kokain wird zum Problem

Während das Angebot schrumpft, steigt die Nachfrage deutlich an. Vor allem Kokain bereitet den Experten Sorgen. Bei "Dialog" melden sich zunehmend Menschen, die ihren Konsum selbst als Problem erkennen und Unterstützung suchen.

"Wir bemerken schon, dass es vermehrt Anfragen von Personen gibt, die ein Problem mit dem Kokainkonsum haben. Also wirklich Konsumenten und Konsumentinnen selbst wenden sich an uns. Wie auch in der Angehörigenberatung ist das ein großes Thema, und in Präventionsveranstaltungen hören wir das auch", so Ziesel im "Wien heute"-Gespräch.

Junge Menschen suchen Hilfe

Nach Einschätzung der Suchtexpertin hängt diese Entwicklung mit dem großen Angebot zusammen. Kokain sei leichter verfügbar und günstiger geworden. Gleichzeitig verspreche die Droge Eigenschaften wie mehr Leistungsfähigkeit, besseren Umgang mit Stress und höhere Performance – Gründe, weshalb sie mittlerweile in allen gesellschaftlichen Schichten konsumiert werde.

Nicht nur Betroffene selbst suchen Rat. Auch Angehörige und Freunde wenden sich immer häufiger an die Beratungsstellen. Dass der Bedarf wächst, zeigte sich zuletzt auch beim Donauinselfest. Dort berichtete die Festivalseelsorge von zahlreichen jungen Menschen, die wegen ihres eigenen Drogenkonsums oder aus Sorge um Freunde das Gespräch suchten.

Beratungsstelle setzt auf Prävention

Ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Sucht bleibt deshalb die Prävention. Die Organisation ist unter anderem an Schulen aktiv und arbeitet mit Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Lehrkräften. Ziel ist es, Lebenskompetenzen zu stärken und frühzeitig über Risiken von Suchtmitteln und Verhaltenssüchten wie Alkohol oder exzessiven Medienkonsum aufzuklären. Darüber hinaus werden auch Mitarbeiter in Jugendzentren oder Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe geschult, um Betroffene möglichst früh zu erreichen.

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