Kirchen, Palais, Häuser

Sparkurs trifft Wien erneut – Förderfonds wird gestoppt

Die Stadt Wien setzt den Altstadterhaltungsfonds vorübergehend aus. Grund dafür ist die angespannte Budgetlage.
Wien Heute
15.07.2026, 18:53
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Die Stadt Wien setzt den Altstadterhaltungsfonds vorerst aus. Ausschlaggebend dafür sei die derzeit angespannte finanzielle Situation. Die Maßnahme sei Teil der Bemühungen, das Budget zu konsolidieren, erklärte Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) am Mittwoch gegenüber ORF Wien.

Nach Angaben der Stadträtin bleibe das Ziel, das baukulturelle Erbe Wiens zu bewahren, weiterhin bestehen. Der Fonds soll seine Arbeit wieder aufnehmen, sobald die finanzielle Lage dies zulässt. Der Altstadterhaltungsfonds wurde 1972 im Zuge einer Novelle zur Altstadterhaltung geschaffen.

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Nur "freiwillige Förderung"

Seit seiner Einrichtung hat die Stadt nach eigenen Angaben mehr als 4.600 Sanierungs- und Restaurierungsvorhaben mit insgesamt 255 Millionen Euro unterstützt. Gefördert wurden unter anderem Kirchen, Palais, Gründerzeithäuser, historische Wohngebäude, Bauwerke der Moderne sowie Kunstwerke im öffentlichen Raum.

Kaup-Hasler betonte gegenüber dem ORF, dass der Altstadterhaltungsfonds keine gesetzlich verpflichtende Leistung, sondern eine freiwillige Förderung der Stadt sei. Aufgrund der aktuellen budgetären Herausforderungen werde diese Unterstützung nun vorübergehend ausgesetzt.

Kritik von ÖVP und FPÖ

Kritik dazu kommt von der ÖVP Wien. "Bereits Ende des vergangenen Jahres haben wir die Aussetzung des Altstadterhaltungsfonds scharf kritisiert und davor gewarnt, dass dadurch der Schutz unserer historischen Bausubstanz geschwächt wird. Statt diese Fehlentscheidung zu korrigieren, wird der Fonds weiterhin ausgesetzt. Das ist ein fatales Signal für den Erhalt des baukulturellen Erbes unserer Stadt", so die Kultursprecherin der Wiener Volkspartei, Gemeinderätin Judith Edelmann und Planungssprecherin, Gemeinderätin Elisabeth Olischar.

"Wer beim Altstadterhaltungsfonds spart, spart an der kulturellen Substanz Wiens. Die Folge sind mehr Schandflecken statt gepflegter Altstadtkultur. Die vollständige Streichung der Mittel gefährdet den langfristigen Erhalt historischer Gebäude, schwächt die Denkmalpflege und setzt fatale Anreize für Abriss statt Erhalt", warnt auch der Kultursprecher der Wiener FPÖ LAbg. Lukas Brucker. Er verweist darauf, dass der Fonds über viele Jahre hinweg kontinuierlich zurückgefahren wurde. Während im Jahr 2006 noch 8,69 Millionen Euro zur Verfügung gestanden hätten, waren es 2024 nur noch 2,6 Millionen Euro. Seit 2026 hätte es überhaupt keine Budgetmittel mehr gegeben.

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