"Muckibude" regt auf

"Pietätlos!" – Fitness am Friedhof kostet 35.000 Euro

Der Fitness-Parcours am Meidlinger Friedhof regt auf. Geräte und Begrünung kosteten 35.000 Euro. Für FPÖ und ÖVP eine Steuergeldverschwendung.
Thomas Peterthalner
13.07.2026, 11:50
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Krafttraining zwischen Gruft und Grabsteinen – das gefällt nicht jedem. Im Juni wurde in Wien am Meidlinger Friedhof eine Fitness-Zone unter freiem Himmel eröffnet. Das sorgt auch weiterhin für Aufregung, denn für Fitnessgeräte, Bankerl und Begrünung wurden 35.000 Euro ausgegeben – FPÖ und ÖVP üben daran nun heftige Kritik.

2.000 Euro für drei Bankerl

Allein die drei "Mobilitäts- und Gleichgewichtstrainingsgeräte" kosteten laut "Krone" 11.110 Euro. Für drei Bankerl wurden rund 2.000 Euro ausgegeben, der Rundweg kostete 500 Euro. Die beiden neuen Friedhofswäldchen mit 140 Bäumen, Sträuchern und Pflanzen schlugen mit rund 13.500 Euro zu Buche, weitere rund 8.500 Euro wurden für 60 neue Urnengräber ausgegeben.

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"Pietätlosigkeit"

"Das ist eine unfassbare Steuergeldverschwendung und an Pietätlosigkeit kaum zu überbieten", kritisiert FPÖ-Abgeordneter Lukas Brucker. Fitness am Friedhof lehnt Brucker ab. "Ein Friedhof ist ein Ort der Trauer, des Gedenkens und der Ruhe, kein Fitnesscenter. Wer auf die absurde Idee kommt, Trainingsgeräte zwischen Grabstätten aufzustellen, hat jedes Gespür für Pietät verloren."

"Falsche Prioritäten"

Auch die Wiener ÖVP sieht das Projekt kritisch. Bezirksparteiobmann und Gemeinderat Lorenz Mayer erklärt: "Während viele Wienerinnen und Wiener unter steigenden Lebenshaltungskosten leiden und die Stadt an allen Ecken sparen müsste, werden mehr als 35.000 Euro für Fitnessgeräte auf einem Friedhof ausgegeben. Das zeigt einmal mehr, dass SPÖ und Neos völlig falsche Prioritäten setzen."

"Steuergeld für fragwürdige Projekte"

Auch für Mayer sind Friedhöfe "Orte der Ruhe, des Gedenkens und der Pietät". "Immer mehr Menschen können diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Statt Steuergeld für fragwürdige Prestigeprojekte auszugeben, sollte sich die Stadt auf ihre Kernaufgaben konzentrieren und den würdevollen Charakter unserer Friedhöfe bewahren."

Orte der Erinnerung

Abschließend betont der ÖVP-Politiker: "Die nun bekannt gewordenen Kosten bestätigen unsere Kritik. Friedhöfe dürfen nicht schrittweise zu Freizeitflächen umfunktioniert werden. Sie müssen Orte der Erinnerung und des respektvollen Gedenkens bleiben."

Noch mehr Fitness-Projekte?

Die Friedhöfe Wien hatten die Anlage im Juni eröffnet und als "Vorzeigeprojekt nachhaltiger Friedhofsentwicklung" bezeichnet. Eine Ausweitung auf weitere Wiener Friedhöfe ist nach aktuellem Stand aber nicht geplant.

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