Die Stadt Wien greift bei den Bädern zum Rotstift: Kürzere Öffnungszeiten, geschlossene Saunen und weniger Personal sollen rund 2,3 Millionen Euro sparen. Einzige gute Nachricht: Geschlossen wird kein Bad.
Familienbäder öffnen im Mai und Juni erst ab 13 Uhr, Saunen bleiben in Kombibädern den ganzen Sommer geschlossen, und manche Angebote gibt es nur noch saisonal. SPÖ-Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky verteidigt die Einsparungen: "Während anderswo Bäder schließen, garantieren wir den Betrieb aller Standorte."
Die Opposition sieht das ganz anders: Die FPÖ spricht von "gesundheitspolitischem Wahnsinn" und kritisiert, dass gerade Familien und einkommensschwache Wienerinnen und Wiener die Zeche zahlen. "Bereits die massiven Tariferhöhungen der letzten Zeit haben zu einem deutlichen Besucherrückgang in den Wiener Bädern geführt. Das ist eine direkte Folge der Teuerungspolitik der SPÖ-NEOS-Stadtregierung – darüber darf sich niemand wundern“, kritisiert Michael Stumpf, Gemeinderat und Landtagsabgeordneter sowie Ausschusssprecher der FPÖ im Gemeinderatsausschuss für Klima, Umwelt, Demokratie und Personal, in dessen Zuständigkeit auch die Wiener Bäder fallen.
FPÖ-Wien-Budgetsprecherin Stadträtin Ulrike Nittmann kritisiert insbesondere die Streichung von Saunazeiten und die Einschränkung der Öffnungszeiten. "Wer den Menschen höhere Eintrittspreise abverlangt, darf im Gegenzug nicht das Angebot reduzieren. Das ist eine klare Verschlechterung für alle Badegäste."
Auch die ÖVP schlägt Alarm: "Die Stadt spart am falschen Ende. Familien, Kinder und Jugendliche zahlen jetzt drauf, während teure Prestigeprojekte und Misswirtschaft unberührt bleiben", kritisiert Gemeinderätin Sabine Keri.