Wien verliert Betriebe

"Pleitehauptstadt" – FPÖ warnt vor Wirtschaftsabsturz

Investitionen brechen ein und Unternehmer kehren der Stadt den Rücken. Die FPÖ Wien sieht die Verantwortung bei Bürgermeister Michael Ludwig.
Wien Heute
14.01.2026, 11:50
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Wien verliert Betriebe, Investitionen brechen ein, Unternehmer wandern ab – FPÖ rechnet mit der Wirtschaftspolitik von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) ab. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz übten FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp und Wirtschaftsexperte Gerald Zmuegg massive Kritik.

"Wien ist kein Wirtschaftsmotor, sondern auf dem besten Weg zur Pleitehauptstadt. Die Politik von SPÖ-Bürgermeister Ludwig fährt den Mittelstand mit voller Geschwindigkeit an die Wand", so Nepp.

Viele Insolvenzen in Wien

Rund 1.500 Unternehmen mussten allein im Jahr 2025 in Wien Insolvenz anmelden. Damit entfällt jedes dritte Insolvenzverfahren in ganz Österreich auf die Bundeshauptstadt. Für Nepp ist das ein klares Versagen der Stadtregierung: "Wenn Ludwig vom Erfolgsmodell Wien spricht, dann ignoriert er die Realität der Betriebe völlig", kritisiert er.

Wien verliert an Attraktivität

Besonders brisant sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von Wirtschaftsexperte Gerald Zmuegg unter rund 900 kleinen und mittleren Unternehmen aus ganz Österreich. Das Fazit fällt eindeutig aus: "Wien hat massiv an Standortattraktivität verloren", so Zmuegg.

Wirtschaftsexperte Gerald Zmuegg und FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp üben Kritik an Wiens Wirtschaftspolitik.
Sabine Hertel

Der Absturz zeigt sich vor allem bei Neugründungen. Nur noch 20 Prozent der Wiener Betriebe halten Wien für einen geeigneten Standort für eine Unternehmensgründung. Österreichweit liegt dieser Wert bei 42 Prozent. "Wien hinkt hier dramatisch hinterher", warnt Zmuegg.

Energiepreise als Problem

Nur rund 20 Prozent der Wiener Unternehmen planen für 2026 Investitionen. "Das ist ein massiver Einbruch. Früher lagen diese Werte deutlich höher. Die Betriebe leiden unter Standortunsicherheit und haben kein Vertrauen mehr in die Wirtschaftspolitik der Stadt", erklärt Zmuegg.

Als zentralen Wettbewerbsnachteil nennt er die hohen Energiepreise in Wien. Vor allem Netzgebühren und Abgaben seien deutlich höher als in anderen Bundesländern. "Das trifft die Unternehmen unmittelbar und verschärft die Krise zusätzlich. Wien ist von der negativen Wirtschaftsentwicklung sogar stärker betroffen als andere Bundesländer", so Zmuegg.

FPÖ fordert Maßnahmen

Die FPÖ fordert daher einen Kurswechsel: leistbare Energiepreise und ein "Ende des Abkassierens" durch Wien Energie, Entlastung statt neuer Abgaben für KMU, einen funktionierenden Kapitalmarkt ohne Bürokratie-Hürden, ein Ende der SPÖ-"Einladungspolitik" in der Mindestsicherung sowie eine Bildungspolitik mit Leistungsprinzip zur Ausbildung qualifizierter Fachkräfte.

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