Die Suche nach einer möglichen Alternative an der SPÖ-Spitze wird zunehmend schwierig. Während sich die innerparteiliche Debatte vor dem entscheidenden Treffen am Sonntag zuspitzt, kommt aus der Parteiführung die nächste klare Absage.
Frauen- und Wissenschaftsministerin sowie stellvertretende SPÖ-Chefin Eva-Maria Holzleitner stellt gegenüber "Heute" klar: Für den Parteivorsitz steht sie nicht zur Verfügung.
"Nein. Ich bin stellvertretende Parteivorsitzende, Frauenvorsitzende und Ministerin für drei große Bereiche. Es gibt sehr viel zu tun, darauf konzentriere ich mich", erklärt Holzleitner auf "Heute"-Anfrage. Gleichzeitig fordert sie, die internen Debatten dort zu führen, wo sie hingehören: "Und ich will, dass unsere Partei gemeinsam ihre Interna bespricht."
Wer die SPÖ künftig führen soll, darauf will sich Holzleitner vor dem für Sonntag angesetzten Treffen nicht festlegen. Sie begrüße es allerdings, dass es nun zu einer Aussprache innerhalb der Partei komme.
"Ich spreche mich überhaupt nicht für oder gegen Personen aus, weil letzten Endes muss man das Treffen morgen um 16 Uhr abwarten. Da muss sehr offen geredet werden und unterschiedliche Szenarien durchdiskutiert werden", so Holzleitner zur "Krone". Positiv sei für sie, dass erstmals wieder alle wichtigen Parteigruppen gemeinsam am Tisch sitzen: "Es sind das erste Mal wieder alle Landesparteivorsitzenden, Gewerkschaft und Frauen dabei, das ist schon mal gut."
Die SPÖ-Ministerin räumte ein, dass die Umfragesituation der Sozialdemokratie alarmierend sei. "Niemand kann und darf mit den aktuellen Umfragewerten zufrieden sein, da gibt es nichts zum Schönreden oder Beschwichtigen." Dennoch müsse die "dramatische Situation" nur aus einer Position der Stärke und nicht der Uneinigkeit stemmen.
Holzleitner: "Ein medial ausgetragenes Hauen und Stechen bringt uns bestimmt nicht weiter. Stündliches Namedropping, Wegducken oder männerlastige Verabredungen übrigens auch nicht." Sie ordnete ihre Rolle in der SPÖ so ein: "Ich bin mitten am Spielfeld, kein Ersatz."