Aufgrund der Reaktion nach dem sexistischen Ultras-Plakat gegen Hartberg sah Ex-Präsidentschaftskandidat Schmid "eine rote Linie überschritten" - auch seine Differenzen mit Geschäftsführer Christoph Peschek sind bekannt. So zog sich der Immobilien-Unternehmer, der als Präsidentschaftskandidat Rapid umkrempelt wollte - die Wahl aber knapp gegen Martin Bruckner verlor - als Sponsor zurück.
Nun ist klar: Schmid wollte sich von Rapid gar nicht gänzlich verabschieden. Seine VIP-Doppelloge, die er teuer umbauen ließ, wollte er für eine sechsstellige Summe behalten. Doch wollte der Verein ihn - der intern als zu kritisch gegenüber der Vereinsführung gilt - komplett loswerden?
"Es war der SK Rapid, der sich mit Ende letzter Woche für das Ausstiegsszenario entschieden hat. Roland Schmid nimmt diese Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis und musste mit Befremden feststellen, dass der Versuch unternommen wurde, ihn als schlechten Verlierer darstellen zu lassen", heißt es in einer Aussendung.
Der ehemalige Präsidentschaftskandidat hätte eine Alternative angestrebt, bei der weiter Geld in die grün-weiße Kasse geflossen wäre: "Eine Fortführung der Partnerschaft (im hohen sechsstelligen Euro-Bereich, in Summe auf fünf Jahre höher, als im laufenden Vertrag noch fällig gewesen wäre) ohne weitere Sichtbarkeit von IMMOunited", schildert der Immobilien-Unternehmer. Doch plötzlich wurde seine Loge am Markt angeboten, laut Rapid gibt es eine lange Warteliste.
Die Hütteldorfer klagen über hohe Einnahmeneinbußen im Zuschauerbereich wegen der Coronakrise, beantragen Millionenbeihilfen vom Staat - doch können es sich erlauben Geld von Schmid abzulehnen.
Schmid kann Rapid nicht verstehen: "Ich kann mich über die Entscheidung seitens des Vereins nur wundern, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf eine hohe sechsstellige Summe zu verzichten."
Nicht nur der Umgang mit dem sexistischen Plakat liegt den Sponsoren schwer im Magen. Auch, dass Mitglieder der Ultras den VIP-Bereich stürmten, ein kritisches Plakat (Sorry Familie Wöber, so ist Rapid nicht) abmontrierten und der Vorfall intern sogar geduldet worden sein soll, stößt den Geldgebern sehr sauer auf. Neben Schmids Firma ImmoUnited stieg auch schon Bier-Sponsor Ottakringer aus. Weitere Abgänge könnten
Dass Schmid kein "echter Rapidler" sei, weil er nun aussteigt, verneint der Unternehmer entscheidend: "Ich bleibe Rapid-Fan und lebenslanges SK Rapid-Klubmitglied!"