Manchester City kämpft gegen den Schuldspruch der Premier League – doch ausgerechnet eine alte Aussage des eigenen Hauptsponsors könnte für den englischen Topklub zum großen Problem werden. Im Mittelpunkt steht die Fluglinie Etihad.
City wurde in allen 115 Anklagepunkten schuldig gesprochen und hat Einspruch eingelegt. Laut Premier League soll sich der Klub zwischen 2009 und 2018 durch Scheinverträge und verschleierte Kosten einen unerlaubten finanziellen Vorteil verschafft haben. Dabei geht es um eine Summe von rund einer Milliarde Euro. Es droht eine harte Strafe. Von einer empfindlichen Geldstrafe, über die Aberkennung von Titeln, einen Punkteabzug bis hin zum Zwangsabstieg ist alles möglich.
Eine zentrale Rolle spielt der langjährige Hauptsponsor Etihad. Laut "Sky Sports" argumentiert Manchester City, dass zusätzliche Förderungen von der Regierung Abu Dhabis und nicht von den Klub-Eigentümern der Abu Dhabi United Group (ADUG) gekommen seien. Einnahmen im Zusammenhang mit dem Etihad-Sponsoring wären demnach nicht über die ADUG gelaufen.
Doch eine Aussage von Etihad aus dem Jahr 2015 könnte diese Verteidigung erheblich erschweren. Damals erklärte das Unternehmen gegenüber US-Behörden: "Die Annahme, dass die Regierung von Abu Dhabi für das Sponsoring von Etihad bei Manchester City zahlt, ist falsch. Etihad hat das Sponsoring aus eigenen Finanzen gestemmt."
Mehr noch: Etihad erklärte damals, zwar der Regierung zu gehören, aber keine finanziellen Förderungen von dieser zu erhalten. Der 2011 geschlossene Sponsoring-Deal mit City umfasst auch die Namensrechte am Etihad Stadium.
Damit könnte die alte Aussage des Hauptsponsors im Einspruchsverfahren noch eine entscheidende Rolle spielen. Nach den Premier-League-Regeln soll über den Einspruch binnen zwölf Wochen entschieden werden. Damit könnte eine endgültige Entscheidung noch vor Weihnachten fallen.