Im neuen Fitnessstudio "Alchemy 37" kommt wirklich niemand ohne Schweiß davon – hier wird bei heißen 37 Grad trainiert. Auf dem Stundenplan: Pilates, Barre und HIIT. Die Mischung aus Hitze, Beats, Licht und Bewegung soll das Workout intensiver und effektiver machen.
Frisch eröffnet und schon heiß begehrt: Olivia-Chelsea Lerner hat im 9. Bezirk ihr 250 Quadratmeter großes Studio eröffnet. Die Wienerin hat in New York und in London Design studiert und lange Zeit im grafischen Bereich gearbeitet. Während ihrer Zeit im Ausland hat sie schließlich auch die Liebe zum Sport entdeckt und drei Jahre lang Pilates unterrichtet.
Besonders angetan hat es ihr Inferno Hot Pilates – eine Trendsportart aus den USA, die intensives Intervalltraining (HIIT) mit dem Pilates-Prinzip verbindet. Trainiert wird bei 35 bis 37 Grad Raumtemperatur. Olivia-Chelsea absolvierte die Lehrerausbildung in Inferno Hot Pilates Level 1 und 2 sowie in Yoga. "Zurück in Wien habe ich aber keinen Ort gefunden, der das wirklich gut anbietet", erzählt sie. Kurzerhand beschloss sie, ihr eigenes Studio zu eröffnen.
Innerhalb von zwölf Monaten verwandelte sich der ehemalige Kohlekeller am Schlickplatz 2 in ein modernes Pilates-Studio mit zwei großzügigen Trainingsräumen, Umkleiden und Platz für modernste Geräte. "Wir möchten Formate aufgreifen, die es so in Wien noch nicht gibt", sagt Olivia-Chelsea. Für das ambitionierte Konzept hat sie ein internationales Team aus 14 Trainer:innen zusammengestellt.
Der Raum wird mithilfe von Infrarotwärme auf bis zu 37 Grad gebracht. Besonderes Highlight ist das "Beats-to-Light"-Konzept: Das Licht wechselt im Rhythmus der Musik und passt sich der jeweiligen Trainingsphase an. "Während der Cool-Down-Phase tauchen wir den Raum in beruhigendes Blau, bei intensiven Intervallen wird es rot", erklärt Olivia-Chelsea. So entsteht eine Atmosphäre, die Bewegung, Musik und Stimmung perfekt miteinander verbindet.
Wer sich vor der Hitze fürchtet, kann aufatmen. "Durch die Infrarotwärme ist die Luft trocken, nicht feucht – es entsteht kein unangenehmes Druckgefühl", erklärt die 35-jährige Gründerin. Tatsächlich hat das Trainieren bei 37 Grad einige Vorteile: Die Durchblutung wird angeregt, der Körper arbeitet effizienter, die Muskeln regenerieren schneller. "Viele Teilnehmer sind überrascht, dass sie sich völlig ausgepowert fühlen, aber keinen Muskelkater haben", erzählt Olivia-Chelsea. Auch für das Herz-Kreislauf-System kann das Schwitzen in der Wärme positive Effekte haben.
Fünf Programme stehen zur Auswahl: "Hot HIIT" verbindet Pilates mit Kraft- und Intervalltraining – das intensivste Workout im Angebot. Bei "Hot Sculpt" liegt der Fokus auf Functional Strength. "Hot Glow" ist eine Matten-Pilates-Einheit, während "Hot Shapes" Barre-Training bietet und gezielt Muskelgruppen stärkt, die sonst schwer erreichbar sind – trainiert wird an der Ballettstange. Abgerundet wird das Angebot mit "Hot Flow", einem modernen Vinyasa-Yoga.
Eine Einheit dauert 60 Minuten, pro Kurs können bis zu 16 Teilnehmer (Männer und Frauen) mitmachen. Angeboten werden Morgen-, Mittags- und Abendklassen. Ein Schnupperangebot für 59 Euro ermöglicht den Einstieg mit fünf Probestunden. Darüber hinaus setzt das Studio auf ein Membership-Modell: so kosten vier Besuche im Monat 94 Euro; weitere Membership-Optionen sind derzeit in Ausarbeitung.
"Uns geht es darum, eine Community aufzubauen, Zusammenhalt und Teamgeist zu stärken. Das Gefühl ist dann ein ganz anderes", erklärt Lerner. Es empfiehlt sich, zum ersten Training gut hydriert zu erscheinen und die ersten Einheiten in gemäßigtem Tempo zu gestalten. Grundsätzlich sind "Hot-Workouts" für gesunde Personen aber unbedenklich. Schwangere oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten jedoch vorher mit ihrem Arzt Rücksprache halten.