Sport ist gesund – bei Temperaturen ab 30 Grad können falsches Training, zu wenig Flüssigkeit und sogar das kühle Bier danach aber gefährlich werden. Experten des Klinikums Wels-Grieskirchen warnen vor den häufigsten Hitze-Fehlern.
Fehler Nummer eins: Trotz Hitze mit voller Intensität weitertrainieren. "Bei Hitze muss der Körper gleichzeitig Leistung erbringen und sich kühlen. Dadurch steigt die Belastung für Herz und Kreislauf deutlich", warnt Primar Alexander Skreiner. Der Blutdruck kann absinken, durch das Schwitzen gehen Flüssigkeit und Mineralstoffe verloren.
Spätestens ab 30 Grad sollte das Training deshalb angepasst werden. Intensive Laufeinheiten, lange Radtouren und Mannschaftssport in der prallen Sonne sind dann keine gute Idee. "Der Körper kann Überhitzung irgendwann nicht mehr ausreichend kompensieren", erklärt Sportwissenschafter Michael Pfob vom Medifit Wels.
Ein weiterer Fehler: zur falschen Zeit trainieren. Besser sind Spaziergänge im Schatten, lockeres Radfahren, Schwimmen oder moderate Einheiten am frühen Morgen beziehungsweise am Abend. Besonders Kinder, ältere Menschen, Herzpatienten und untrainierte Freizeitsportler sollten die Mittagshitze meiden.
Gefährlich wird es auch, Warnsignale einfach zu ignorieren: "Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Herzrasen, Muskelkrämpfe oder ungewöhnliche Erschöpfung sind Warnzeichen", so Skreiner. Dann gilt: Training sofort abbrechen, einen kühlen oder schattigen Ort aufsuchen und ausreichend trinken.
Apropos Trinken: Wer erst während des Sports zur Wasserflasche greift, ist zu spät dran: "Über den Tag verteilt ausreichend trinken und nicht erst beim Training damit beginnen", betont Pfob. Wasser oder Mineralwasser und leichte Mahlzeiten sind ideal. Alkohol nach dem Training ist hingegen ein weiterer Fehler: Er verstärkt den Flüssigkeitsverlust und erhöht das Risiko einer Überhitzung.