Sonst WM-Sperre

Sportlerinnen müssen beweisen, dass sie Frauen sind

Zündstoff: Vor der Leichtathletik-WM in Tokio führt der Weltverband eine Pflicht-Testung der "biologischen Weiblichkeit" für alle Athletinnen ein.
Sport Heute
31.07.2025, 06:57
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Ein Gentest als Eintrittskarte: Wer im September bei der Leichtathletik-WM in Tokio in der Frauenkategorie starten will, muss vorab einen einmaligen Test auf das sogenannte SRY-Gen absolvieren. Damit soll sichergestellt werden, dass ausschließlich biologisch weibliche Sportlerinnen am Start stehen.

Betroffen sind alle Starterinnen – auch Top-Stars. Wer den Test verweigert oder positiv auf ein Y-Chromosom getestet wird, darf künftig nicht mehr in der Frauenklasse antreten.

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Gentest als "Schutz der Integrität"

World-Athletics-Präsident Sebastian Coe verteidigt den Schritt mit klaren Worten: "Der Schutz der Integrität des Frauensports hat für uns oberste Priorität." Der neue Test sei ein "sehr wichtiger Schritt", um sicherzustellen, dass der Wettbewerb fair bleibt – ohne "biologische Glasdecken" für Frauen. "Wer im Spitzensport in der Frauenkategorie antreten will, muss biologisch weiblich sein. Geschlecht kann Biologie nicht übertrumpfen", so Coe.

Die Regel greift sofort: Wer zur WM nach Tokio (Start: 13.September) will, muss den Test spätestens bis zum 1.September absolvieren – dem offiziellen Nennschluss. Die Proben werden per Wangenschleimhaut-Abstrich oder Bluttest entnommen. Das Ergebnis kann bis zu zwei Wochen auf sich warten lassen.

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Getestet wird von den jeweiligen Landesverbänden, World Athletics übernimmt bis zu 87 Euro der Kosten pro Test.

Hintergrund: Box-Skandal in Paris

Der Vorstoß erfolgt nicht ohne Vorgeschichte. Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 sorgten zwei Boxerinnen für Wirbel: Imane Khelif und Lin Yu-ting holten Gold – obwohl sie im Jahr davor von der WM ausgeschlossen wurden, weil sie die Geschlechts-Testregeln nicht erfüllten. Ein Aufschrei folgte.

Das SRY-Gen gilt laut World Athletics als zuverlässiger Marker für das biologische Geschlecht. Die Testmethode sei äußerst genau, falsch-positive oder -negative Ergebnisse "extrem unwahrscheinlich".

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