Ihre Eltern flohen nach Militärputsch aus der Türkei, als ihre Mutter mit Elif Eralp schwanger war. Im Jahr 1981 erblickte sie dann in München das Licht der Welt. Nun könnte die 45-Jährige nicht nur die erste Berliner Regierungschefin werden, sondern auch noch die erste mit Migrationshintergrund.
Bei der Berlin-Wahl gingen die Linken nämlich mit 25,7 Prozent als Sieger hervor. Während es in Deutschland auch kritische Stimmen gibt, brach in türkischen Medien eine wahre Jubelstimmung aus.
So titelte der Fernsehsender Halk TV: "Historisches Ergebnis in Deutschland: In Berlin geht der Sieg an die Partei der türkeistämmigen Bürgermeister-Kandidatin Elif Eralp." Auch die Tageszeitung Sözcü feierte die 45-Jährige. "Türkische Kandidatin sprengt die Urnen; die Deutschen sagten ,Elif‘!", war dort zu lesen.
"Die Tochter einer Familie, die nach dem Putsch vom 12. September floh, steht in Berlin kurz vor dem Amt der Regierenden", schrieb die türkische Medienplattform Serbestiyet. Eralp selbst sagte am Abend nach der Wahlprognose auf Türkisch: "Wir haben Geschichte geschrieben, Freunde."
Die 45-Jährige will jedenfalls Bürgermeisterin werden. Dafür muss sie jedoch eine Koalition mit der SPD (12,1 Prozent) und den Grünen (14,3 Prozent) schmieden. CDU (18,8 Prozent) und AfD (16,3 Prozent) stehen wohl nicht zur Verfügung. Laut der "Krone" könnte es hier jedoch einige Stolpersteine geben.
So möchte Eralp an der Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne festhalten. Auch die Antisemitismus-Debatte könnte der Linken zum Verhängnis werden. Daher habe bereits die CDU die Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz gefordert. Fraglich sei zudem, ob die SPD erneut regieren möchte.