Obwohl die Inflation zuletzt leicht zurückgegangen ist, spüren viele Autofahrer davon an der Zapfsäule wenig. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) schlägt Alarm: Die zuletzt um 15 bis 20 Cent pro Liter gestiegenen Spritpreise würden Pendler, Arbeitnehmer und Familien massiv belasten.
"Was noch nicht in den Inflationsdaten abgebildet ist, ist der deutliche Anstieg der Spritpreise", sagt Angela Pfister, Leiterin des Volkswirtschaftlichen Referats im ÖGB. Vor allem Menschen, die für den Arbeitsweg auf das Auto angewiesen sind, würden die höheren Kosten unmittelbar treffen.
Der ÖGB fordert deshalb eine rasche Reaktivierung der sogenannten Margenregelung. Diese soll es ermöglichen, bei außergewöhnlichen Preissteigerungen die Gewinnspannen entlang der Wertschöpfungskette für Diesel und Benzin zu begrenzen. Eine entsprechende gesetzliche Grundlage wurde laut Gewerkschaft bereits im März 2026 geschaffen.
Für Unverständnis sorgt beim ÖGB zudem, dass die angekündigte Untersuchung zu den Spritpreisen noch immer nicht veröffentlicht wurde. "Es ist völlig unverständlich, wenn ein Instrument mit nachweisbarer Wirkung abgeschwächt wird, während die Preise wieder nach oben gehen. Die Menschen haben ein Recht darauf, zu erfahren, warum Tanken so teuer ist und wer entlang der Kette an diesen Preissteigerungen verdient", so Pfister.
Neben einer strengeren Margenregelung verlangt die Gewerkschaft auch mehr Transparenz bei den internationalen Preisnotierungen. Das Zustandekommen der Großhandelspreise sei derzeit nicht nachvollziehbar und müsse stärker kontrolliert werden.
Zwar hätten Maßnahmen wie der Sozialtarif für Strom und niedrigere Energieabgaben zuletzt zur leicht rückläufigen Inflation beigetragen, von einer echten Entlastung könne aber angesichts der hohen Spritkosten und der weiterhin starken Preissteigerungen bei Dienstleistungen keine Rede sein, so der ÖGB.