"Darf keine Normalität werden"

Gewerkschaft alarmiert: Zwei Drittel arbeiten krank

Zwei Drittel der Beschäftigten in Österreich arbeiten trotz Krankheit. Gewerkschaften fordern bessere Bedingungen und wirksame Prävention.
Newsdesk Heute
17.07.2026, 14:25
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Laut einer neuen Studie der Arbeiterkammer gehen fast drei Viertel der Beschäftigten in Oberösterreich auch dann arbeiten, wenn sie krank sind. Österreichweit waren es 2025 sogar 65 Prozent, wie der ÖGB in einer Presseaussendung bekannt gibt.

"Wenn Menschen krank arbeiten gehen, ist das kein Erfolg, sondern ein Alarmsignal. Niemand darf das Gefühl haben, trotz Krankheit funktionieren zu müssen, weil sonst Nachteile im Betrieb drohen. Wer krank ist, braucht Schutz und Erholung – keinen Druck", betont Claudia Neumayer-Stickler, Leiterin des gesundheitspolitischen Referats im ÖGB.

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Wer krank zur Arbeit geht, riskiert auf Dauer seine Gesundheit. Krankheiten können verschleppt werden, die nötige Erholung bleibt aus. Die Belastungen – sowohl psychisch als auch körperlich – nehmen zu. Am Ende leidet nicht nur der Einzelne, sondern auch das gesamte Arbeitsumfeld.

Besonders betroffen sind Menschen in Jobs mit hoher körperlicher oder psychischer Belastung. Wenn Arbeitsdruck, Personalmangel und ständige Erreichbarkeit den Alltag bestimmen, wächst der Druck, selbst krank nicht zu Hause zu bleiben.

„Gesundheit ist kein Verhandlungsgegenstand. Wer krank ist, braucht Schutz und Erholung – keinen Druck.“
Claudia Neumayer-SticklerLeiterin des gesundheitspolitischen Referats im ÖGB

"Die Antwort auf steigende Krankenstände und Belastungen darf nicht Misstrauen gegenüber Beschäftigten sein. Wer Probleme in der Arbeitswelt lösen will, muss bei den Ursachen ansetzen: bei zu hohem Arbeitsdruck, fehlender Prävention und schlechten Rahmenbedingungen. Krank zur Arbeit zu gehen, darf keine Normalität werden", so Neumayer-Stickler weiter.

Der ÖGB fordert daher:

  • Bessere Arbeitsbedingungen und wirksame Maßnahmen gegen Arbeitsdruck, Personalmangel und übermäßige Belastungen.
  • Mehr Investitionen in Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung, damit Krankheiten verhindert und Beschäftigte geschützt werden.
  • Den Schutz von Beschäftigten im Krankheitsfall – keine Verschlechterungen bei der Entgeltfortzahlung und keine zusätzlichen Hürden für kranke Menschen.

Der ÖGB warnt davor, die Verantwortung auf die Beschäftigten abzuwälzen. Es brauche Arbeitsplätze, an denen gesundes Arbeiten möglich ist. "Prävention, ausreichend Personal, realistische Arbeitszeiten und eine Unternehmenskultur, die Krankheit nicht sanktioniert, sind dafür ein maßgeblicher Baustein", schließt Neumayer-Stickler.

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