Punkt 12 Uhr hat es an Österreichs Tankstellen wieder heftig geknallt. Wie ein Check von Heute und dem ÖAMTC zeigt, wurde Diesel um 11 bis 12 Cent pro Liter teurer. Auch Super zog in ähnlicher Größenordnung an. Für eine durchschnittliche Tankfüllung von 50 Litern bedeutet das ein Plus von rund 5,50 bis 6 Euro – und das an einem einzigen Tag.
ÖAMTC-Experte Dominik Graf ordnet den Preissprung im Gespräch mit Heute ein: Die Preise seien bereits seit Wochenbeginn gestiegen. Das führt Graf auf den sogenannten "Ferieneffekt" zurück – wenn viele Österreicher in den Urlaub aufbrechen, ziehen die Spritpreise erfahrungsgemäß an. Heute sei nun der Anstieg der Ölpreise von 72 Dollar je Fass auf zeitweise 79 Dollar (Sorte Brent) dazugekommen. Die Erhöhung an den heimischen Zapfsäulen um 12 Uhr sei damit eine Kombination aus beiden Effekten.
Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzen, rechnet Graf in den nächsten Tagen mit weiteren deutlichen Preiserhöhungen. Die jetzige Erhöhung hält der ÖAMTC-Experte allerdings für nicht gerechtfertigt: Der Ölpreis der Sorte Brent sei zuletzt – Ende der Vorwoche und Anfang dieser Woche – bereits wieder auf das Niveau vor Beginn des Nahost-Konflikts gefallen. Die Spritpreise an den heimischen Zapfsäulen liegen davon aber noch deutlich entfernt.
In Österreich dürfen Tankstellen ihre Preise laut Spritpreisverordnung nur einmal pro Tag erhöhen – und zwar um 12 Uhr Mittag. Preissenkungen sind hingegen jederzeit erlaubt, also auch mehrmals täglich. Wer tanken will, fährt daher in der Regel am günstigsten kurz vor 12 Uhr, während direkt nach der Mittagsstunde die höchsten Preise des Tages zu erwarten sind.