Die allgemeine Inflation lag im Mai 2026 bei 3,7 Prozent. Heißt: Die Preise haben im Jahresabstand um 3,7 Prozent zugelegt. Viele Urlaubskosten stiegen aber deutlich stärker, wie eine Analyse der gewerkschaftsnahen Denkfabrik Momentum Institut zeigt.
Den größten Sprung machten dabei Kraftstoffe mit plus 26,3 Prozent. Campingplätze und Jugendherbergen verteuerten sich um 13,9 Prozent, Flugreisen um 13,8 Prozent, Busreisen um 10,5 Prozent und Zugreisen um 9,6 Prozent.
"Heuer sind vor allem Fahrtkosten und üblicherweise günstigere Unterkunftsarten wie Campingplätze oder Jugendherbergen stark teurer geworden. Das trifft genau jene Menschen, die auf preiswertere Urlaubsformen angewiesen sind", sagt Leonard Jüngling, Inflationsexperte am Momentum Institut.
Speiseeis verteuerte sich um 5,3 Prozent, Restaurants und Cafés um 4,9 Prozent, Seilbahnen und Lifte um 4,5 Prozent und Freibadbesuche um 4,3 Prozent. Weniger stark stiegen Lebensmittel im Supermarkt mit 2,3 Prozent und Pensionen und Hotels mit 2,2 Prozent. Pauschalreisen wurden nur um 0,3 Prozent teurer. Billiger wurden Limonaden, Wasser und Säfte – minus 0,6 Prozent.
Im Vergleich zum Sommer 2025 hat sich laut Momentum Institut das Bild verschoben. Damals waren Pauschalreisen mit plus 9,3 Prozent, Limonaden, Wasser und Säfte mit plus 7,6 Prozent sowie Restaurants und Cafés mit plus 5,7 Prozent die größten Preistreiber. Die Anreise war damals hingegen teils günstiger: Busreisen waren um 3,7 Prozent billiger, Kraftstoffe sogar um 9,1 Prozent günstiger.
Die Teuerung trifft dabei laut Momentum auf eine ohnehin angespannte Lage: Insgesamt könnten sich 18 Prozent der Haushalte in Österreich keinen Urlaub leisten. Besonders betroffen sind Alleinerziehende: 41 Prozent von ihnen können gar nicht wegfahren – mehr als doppelt so viel wie im Gesamtdurchschnitt. Bei Mehrpersonenhaushalten ohne Kinder sind es 15 Prozent, bei Mehrpersonenhaushalten mit Kind oder Kindern 17 Prozent.
"Urlaub ist für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit. Wer wenig Geld hat oder allein für Kinder sorgt, kann sich eine Woche wegfahren oft schlicht nicht leisten", so Jüngling.
Beim Einkommen zeigen sich noch größere Unterschiede. Unter Haushalten mit niedrigen Einkommen (unter 21.928 Euro jährlich) können sich 38 Prozent keinen Urlaub leisten. Bei mittleren Einkommen (21.928 bis unter 65.783 Euro) sind es 15 Prozent. Bei hohen Einkommen (ab 65.783 Euro) nur 2 Prozent. Haushalte mit niedrigen Einkommen sind damit 19-mal so oft betroffen wie Haushalte mit hohen Einkommen.