Betrug im Netz

AK warnt vor fiesen Fallen bei der Urlaubsbuchung

Gefälschte Hotels, teure Visa-Seiten, Phishing: Die AK warnt vor immer dreisteren Betrugsmaschen bei Urlaubsbuchungen.
Team Wirtschaft
19.06.2026, 14:44
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Endlich Urlaub, endlich abschalten – und dann der Schock: Das gebuchte Hotel gibt es gar nicht. Genau vor solchen Fällen warnt jetzt die Arbeiterkammer. Online-Betrug rund um Reisen nehme zu, heißt es. Die Maschen reichen von gefälschten Unterkünften über überteuerte Visa-Seiten bis hin zu Phishing-Links nach einer echten Buchung.

Die Opfer zahlen oft im Voraus. Am Ende stehen sie dann ohne Zimmer da – oder mit leerem Konto und gestohlenen Daten. "Endlich Urlaub - und dann existiert das gebuchte Hotel nicht", ärgert sich die AK.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Sonne, Palmen – aber kein Zimmer

Besonders häufig geht es laut AK um gefälschte Unterkünfte. Dabei suchen Urlauber im Internet nach einem Quartier und landen bei einem vermeintlichen Vermieter. Der Kontakt läuft dann oft rasch über WhatsApp weiter. Spätestens da sollten die Alarmglocken schrillen.

Der angebliche Vermieter verlangt das gesamte Geld im Voraus. Was die Betroffenen nicht wissen: Das Inserat ist gefälscht. Kriminelle verwenden echte Fotos, echte Adressen oder sogar bekannte Unterkünfte – nur die Buchung ist frei erfunden.

Am Urlaubsort folgt dann die böse Überraschung: Die Unterkunft ist bereits belegt, die Reservierung existiert nicht oder das Quartier gibt es überhaupt nicht. Aus dem Traumurlaub wird binnen Minuten ein teurer Albtraum.

Teure Falle bei der Einreise

Auch bei Einreiseformularen und E-Visa lauern Fallen. Für manche Länder, etwa Großbritannien, müssen Reisende vorab eine Registrierung oder ein E-Visum beantragen. Das nutzen unseriöse Anbieter aus.

Sie schalten Werbung, landen in Suchmaschinen weit oben und wirken auf den ersten Blick wie offizielle Stellen. In Wahrheit verlangen sie stark überhöhte Preise. Dazu kommt: Wer dort seine Daten eingibt, gibt sie an fragwürdige Firmen weiter.

Die AK rät daher, offizielle Registrierungsseiten nur über seriöse staatliche Stellen aufzurufen. Wer einfach das erstbeste Suchergebnis anklickt, kann rasch zu viel zahlen.

Tickets kosten plötzlich viel mehr

Eine weitere Masche betrifft Zugtickets, Busfahrten oder Ausflüge. Urlauber buchen vorab über gut gereihte Webseiten – und zahlen deutlich mehr als nötig.

Dabei handelt es sich laut AK oft um Drittanbieter, die Tickets mit saftigen Aufschlägen weiterverkaufen. Die Fahrt oder der Ausflug kann zwar tatsächlich stattfinden, billig ist das Ganze aber nicht. Die AK warnt: Wer nicht direkt beim offiziellen Anbieter bucht, läuft Gefahr, unnötig draufzahlen.

Der gefährliche Link nach der Buchung

Besonders perfide wird es, wenn die eigentliche Buchung funktioniert hat. Dann kommt plötzlich eine Nachricht. Darin heißt es, man müsse eine fremde Seite öffnen, Daten bestätigen oder eine Zahlung über die Bank-App freigeben.

Tatsächlich versuchen Kriminelle, Bankdaten, Zugangsdaten oder Freigaben abzugreifen. Die AK warnt, auf solche Links zu klicken oder Zahlungsaufforderungen außerhalb offizieller Webseiten zu folgen. Wer seine Bank-App öffnet und dort etwas bestätigt, kann den Tätern sogar direkten Zugriff auf sein Geld verschaffen.

Extreme Billigstangebote sind ein Warnsignal

Die AK rät, Unterkünfte vor der Buchung genau zu prüfen. Konkret solle man nach der Unterkunft suchen, Bewertungen lesen und ins Impressum schauen. Unseriös wird es besonders dann, wenn nach dem ersten Kontakt über eine Buchungsplattform alles plötzlich über WhatsApp weiterlaufen soll.

Auch extreme Billigstangebote sind ein Warnsignal. Ist der Preis viel zu gut, um wahr zu sein, kann genau das tatsächlich der Fall sein. Die AK rät außerdem, kein Geld im Voraus auf fremde Konten zu überweisen.

Bei Visa und Einreiseformularen gilt: Nicht auf Werbeanzeigen verlassen, sondern offizielle Seiten verwenden. Bei Öffi-Tickets, Busfahrten und Ausflügen sollte man direkt bei den offiziellen Gesellschaften buchen. Das erspart hohe Vermittlungskosten.

Nutzung von Bank-App kann gefährlich werden

Besonders wichtig ist der Schutz der eigenen Daten. Bei Zahlungsaufforderungen sollte man offizielle Webseiten nicht verlassen, keine mitgeschickten Links öffnen und keine Bankdaten eingeben.

Auch eine Freigabe über die Bank-App sollte nie leichtfertig bestätigt werden. Wer unsicher ist, sollte die Buchungsplattform, das Hotel oder die Bank direkt kontaktieren – aber nicht über den Link aus der verdächtigen Nachricht.

AK verlangt härteres Vorgehen von Google und Co.

Ist das Geld schon weg oder stellt sich die Buchung als Betrug heraus, sollte rasch gehandelt werden. Die AK rät, sofort die Bank, die Kreditkartenfirma oder den Zahlungsdienstleister zu kontaktieren. In manchen Fällen sind Rückbuchungen noch möglich.

Gleichzeitig fordert die AK ein strengeres Vorgehen. Kriminelle könnten derzeit relativ einfach Werbeanzeigen auf Suchmaschinen und sozialen Netzwerken buchen. Das ginge nicht so leicht, würden Plattformen Vertragspartner sorgfältiger prüfen, so die AK.

"Plattformen sollen betrügerische Inhalte oder falsche Inserate schneller entfernen und verdächtige Anbieter blockieren", verlangt die Arbeiterkammer.

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