Schutz vor Mega-Rechnungen

Handy-Trick im Urlaub – wer ihn kennt, zahlt weniger

Die Arbeiterkammer warnt vor hohen Roaming-Kosten im Ausland. Dabei kann ein einfacher Trick böse Überraschungen vermeiden.
Team Wirtschaft
20.06.2026, 07:28
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Wer im Urlaub aus der Türkei, Großbritannien oder Thailand Fotos verschicken, Videos ansehen oder mit daheim videotelefonieren will, sollte sich vor der Abreise genau anschauen, welches Datenpaket er nutzt. Die Arbeiterkammer hat in einem aktuellen Preismonitor Roaming-Pakete und eSIM-Angebote für zwölf beliebte Reiseziele verglichen. Das Ergebnis: Die Preisunterschiede sind teils enorm.

Erhoben wurden die Angebote im Mai und Juni. Die AK prüfte dabei die heimischen Anbieter A1, Magenta, Drei, spusu, HoT und yesss. Dazu kamen internationale eSIM-Anbieter wie Holafly, Saily, Ubigi, Yesim, Roamic und SIMLocal.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Untersucht wurden Roaming-Deals für die Türkei, die USA, China, Thailand, Albanien, Großbritannien, die Malediven, Ägypten, Japan, Kanada, Norwegen und Indonesien.

Innerhalb der EU müssen sich Reisende laut AK weniger Sorgen machen. Durch die Regel "Roam like at Home" gelten im EU-Raum grundsätzlich die Bedingungen des österreichischen Tarifs. Anders sieht es bei vielen Urlaubszielen außerhalb der EU aus.

Wer nicht aufpasst, riskiert böse Überraschung

AK-Konsumentenschützer Jakob Kalina warnt: "Bei Reisen außerhalb Europas können schon wenige Datenverbindungen teuer werden, manchmal sogar einzelne Nachrichten oder automatische App-Aktualisierungen. Wer unvorbereitet verreist, riskiert eine böse Überraschung auf der nächsten Handyrechnung."

Besonders deutlich werden die Unterschiede in Großbritannien. Kundinnen und Kunden von Magenta, spusu, HoT und aktionsbedingt yesss können dort ohne Zusatzkosten wie daheim surfen. Für sie gelten laut AK die gleichen Regeln wie in der EU.

Wer bei einem anderen Anbieter ist, sollte vor der Reise genauer hinschauen. Bei eSIM-Angeboten kostet 1 Gigabyte Datenvolumen teils nur 99 Cent, etwa bei Roamic. Klassische Roaming-Pakete heimischer Anbieter wie A1 oder Drei liegen dagegen bei rund 5 Euro.

Kosten können stark variieren

Auch bei Reisen in die Türkei können die Kosten stark variieren. Austro-Anbieter verlangen für ein Datenpaket mit 5 GB zwischen 10 Euro bei Drei und knapp 25 Euro bei A1 und yesss. Bei manchen eSIM-Anbietern gibt es in dieser Preisspanne bereits unbegrenztes Datenvolumen für sieben Tage. Roamic verlangt dafür 10,99 Euro, Yesim 21 Euro und Ubigi 25 Euro.

Noch kräftiger fällt der Unterschied bei Thailand aus. 10 Gigabyte kosten bei den geprüften heimischen Anbietern bis zu knapp 50 Euro. Bei eSIM-Anbietern wie Roamic, Saily oder Yesim sind vergleichbare Pakete teils für weniger als 12 Euro zu haben.

10 GB kosten in Ägypten bis zu 100 Euro

Auch Ägypten zeigt, wie teuer Roaming werden kann. Österreichische Anbieter verlangen für 10 Gigabyte zwischen 20 Euro und 100 Euro. Am unteren Ende liegt Drei, dort wären dafür zweimal 5 Gigabyte zu je 10 Euro nötig. Bei Magenta kann derselbe Umfang laut AK mit 10 x 1 Gigabyte zu je 10 Euro auf 100 Euro kommen. eSIM-Anbieter verlangen für 10 Gigabyte dagegen zwischen knapp 11 Euro bei Roamic und 38 Euro bei SIMLocal.

Damit die Handyrechnung nach dem Urlaub nicht zur Kostenfalle wird, rät die AK, schon vor der Abreise den eigenen Datenverbrauch abzuschätzen. Außerdem sollte geprüft werden, ob das Smartphone eSIM-fähig ist. Das lässt sich in den Einstellungen des Handys nachsehen.

Rechtzeitig vor der Abreise Angebote checken

Wichtig ist auch, Roaming-Pakete des eigenen Mobilfunkanbieters mit eSIM-Angeboten anderer Anbieter zu vergleichen. Dabei zählt nicht nur der Preis, sondern auch die Netzqualität am Urlaubsort. Datenpakete sollten rechtzeitig vor der Abreise gekauft und aktiviert werden.

In den Smartphone-Einstellungen sollte zudem kontrolliert werden, welche SIM-Karte für mobile Daten verwendet wird. Wer eine eSIM kauft, aber versehentlich weiter über die normale SIM surft, tappt nämlich trotzdem in die Kostenfalle.

Kalina rät deshalb: "Wer ins EU-Ausland reist und mobil bleiben will, sollte vor der Abreise Roaming-Pakete beim eigenen Mobilfunkanbieter und eSim anderer Anbieter vergleichen. Die Preisunterschiede sind groß. Tendenziell kommen Urlauber mit eSim besser weg."

So funktioniert eine eSIM

Eine eSIM ist eine virtuelle SIM-Karte, die nicht mehr als kleine Plastikkarte ins Handy gesteckt wird. Sie wird direkt am Smartphone eingerichtet, meist über einen QR-Code oder eine App des Anbieters. Gerade im Urlaub kann das praktisch sein, weil man für das Reiseland ein Datenpaket kaufen und zusätzlich zur eigenen SIM nutzen kann.

Wichtig: Reise-eSIMs sind in der Regel reine Datenpakete. Klassische Telefonie und SMS sind nicht enthalten. Telefonieren ist aber trotzdem über Dienste wie WhatsApp, FaceTime oder Signal möglich, solange genug Datenvolumen vorhanden ist. Wer über die eigene Rufnummer telefoniert oder SMS verschickt, sollte vorher prüfen, ob dafür Roaming-Kosten anfallen.

Alle Ergebnisse des Roaming-Preismonitors gibt’s unter wien.arbeiterkammer.at/roaming.

{title && {title} } tmw, {title && {title} } 20.06.2026, 07:28
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