Mit der Weihnachtskomödie "Aufputzt is" landete Gery Seidl im vergangenen Winter einen echten Kino-Hit: Mehr als 450.000 Besucher strömten in die Säle – ein Erfolg, der den Film zum zweiterfolgreichsten österreichischen Streifen seit Beginn der Aufzeichnungen machte. Umso überraschender war es, dass es danach plötzlich still wurde um den beliebten Kabarettisten.
Jetzt ist klar, warum: Der Wiener tauschte Bühne und Blitzlicht gegen Wanderschuhe udn Rucksack – und machte sich auf den berühmten Jakobsweg Richtung Santiago de Compostela. Stolz präsentierte er sich auf Instagram vor der ikonischen Kathedrale, dem Ziel vieler Pilger. "So schaut’s aus. 270 Kilometer in den Beinen", schrieb der 50-Jährige zu seinem Schnappschuss.
Und warum das Ganze? Seidl nimmt es, wie man ihn kennt, mit Humor: "Zum einen waren es die Spritpreise, sonst wären wir’s gefahren. Zum Zweiten, wenn man irgendwann einmal Papst werden will, sollte man das erledigt haben."
Mit einem augenzwinkernden "In diesem Sinne: Gott schütze euch!" verabschiedete er sich aus Spanien von seinen Fans. Bereits am Samstag (18. April) steht er wieder in Niederösterreich, bei der Ybbsiade, auf der Kabarettbühne.
Mit seiner Pilgerreise reiht sich Seidl in eine prominente Liste ein: Auch DJ Ötzi machte sich 2017 auf den Weg nach Santiago, während Mark Forster von prägenden Erfahrungen berichtete.
Und Kult-Komiker Hape Kerkeling setzte dem Jakobsweg mit seinem Bestseller "Ich bin dann mal weg" ein literarisches Denkmal.
Ob spirituelle Suche oder einfach eine Auszeit vom Rampenlicht – für Seidl war es offenbar genau der richtige Schritt nach seinem großen Kino-Erfolg.