Bis zu 95 Cent mehr

Spritpreis-Hammer! Riesiger Schock für alle Autofahrer

Eine neue Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer warnt vor hohen Spritpreisen. Bis 2035 könnte Diesel um 95 Cent, Benzin um 86 Cent teurer werden.
20.10.2026, 12:22
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Autofahrer in Österreich müssen sich womöglich auf deutlich höhere Kosten einstellen. Eine neue Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Economica kommt zu dem Ergebnis, dass der Liter Diesel durch geplante Vorgaben für erneuerbare Energie bis 2035 um bis zu 95 Cent teurer werden könnte. Bei Benzin errechnen die Ökonomen einen möglichen Aufschlag von 86 Cent.

Im untersuchten Szenario würde Diesel damit rund drei Euro pro Liter kosten. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) sieht darin eine erhebliche Belastung für Haushalte und Unternehmen.

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Neue Vorgaben für Sprit geplant

Hintergrund ist das geplante Erneuerbaren-Energien-Gesetz Verkehr, kurz EEG-V. Damit soll der Anteil erneuerbarer Energie im Verkehrsbereich schrittweise steigen.

Nach den vorgesehenen Vorgaben müssten 2027 bereits 18 Prozent der verkauften Treibstoffenergie aus erneuerbaren Quellen stammen. Bis 2030 soll der Anteil auf 35 Prozent steigen, 2035 wären es 65 Prozent.

Dabei geht es nicht ausschließlich um Biodiesel oder andere alternative Kraftstoffe. Auch Elektromobilität kann auf die Zielwerte angerechnet werden.

Die Wirtschaftskammer kritisiert schon länger, dass Österreich bei den Klimavorgaben über die europäischen Anforderungen hinausgehen könnte. Während Österreich bis 2040 klimaneutral werden will, strebt die EU dieses Ziel für 2050 an.

Studie warnt vor steigenden Preisen

Nun hat Economica die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen der geplanten Regelung untersucht.

Ökonom Christian Helmenstein, der auch Chefökonom der Industriellenvereinigung ist, sieht deutliche Mehrbelastungen auf Österreich zukommen. "Wir sehen eine Vervielfachung der Zusatzkosten", sagt Helmenstein.

Laut seinen Berechnungen könnte nicht nur das Tanken teurer werden. Auch die gesamte Wirtschaft wäre von den zusätzlichen Kosten betroffen.

Die Studie geht von einem Rückgang des Konsums um 0,72 Prozent aus. Die Reallöhne könnten um 0,56 Prozent sinken, das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent.

Menschen mit wenig Geld stärker betroffen

Besonders kritisch beurteilt Helmenstein die sozialen Auswirkungen der geplanten Vorgaben. "Die Bevölkerungsschichten mit geringerem Einkommen sind viermal so hoch belastet", sagt der Ökonom.

Nach seiner Einschätzung würden sich die Folgen verschärfen, je schneller die Umstellung auf erneuerbare Energie im Verkehr erfolgt.

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Basierend auf Daten von e-control, ohne Gewähr für die Richtigkeit.

Den Berechnungen liegt ein Szenario zugrunde, in dem 2035 ein Viertel der Autos elektrisch fährt. Die übrigen 75 Prozent wären weiterhin mit Verbrennungsmotoren unterwegs.

Die genannten Preissteigerungen sind allerdings Modellrechnungen und keine bereits beschlossenen Erhöhungen an den Tankstellen.

Klimaschäden nicht berücksichtigt

Ein wichtiger Punkt bleibt bei der Bewertung der Zahlen offen: Die Studie berücksichtigt nicht die wirtschaftlichen Schäden, die durch den Klimawandel entstehen können.

Dazu zählen etwa Kosten durch Dürren und Naturkatastrophen sowie mögliche Strafzahlungen, falls Österreich seine Klimaziele verfehlt.

Die errechneten Belastungen bilden damit nicht sämtliche wirtschaftlichen Folgen der Klimapolitik beziehungsweise eines ausbleibenden Klimaschutzes ab.

Ökonom kritisiert auch Spritpreisbremse

Helmenstein spricht sich für einen breiteren Einsatz unterschiedlicher Antriebstechnologien und alternativer Kraftstoffe aus. "Autos sind ein langlebiges Konsumgut", erklärt er.

Kritik übt der Ökonom zugleich an der Spritpreisbremse der Bundesregierung. Diese könne den Wechsel zu Elektroautos bremsen: "Es gibt keine Rechfertigung für einen Tankrabatt. Er wirkt ökologisch kontraproduktiv."

Wirtschaftskammer warnt vor Folgen für alle

Auch WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger sieht in den geplanten Vorgaben ein Risiko für den Wirtschaftsstandort. Seiner Ansicht nach würden höhere Treibstoffkosten nicht nur jene treffen, die regelmäßig mit dem Auto unterwegs sind. Auch der Transport von Waren und die Erbringung von Dienstleistungen könnten sich verteuern.

"Diese Mehrkosten treffen nicht nur Autofahrer. Waren und Dienstleistungen werden teurer. Das schwächt unseren Standort und ist für uns nicht akzeptabel", sagt Danninger. Er sieht außerdem einen Widerspruch zwischen Maßnahmen zur Entlastung beim Tanken und neuen gesetzlichen Vorgaben, die den Spritpreis erhöhen könnten.

"Wir können nicht über die Spritpreisbremse diskutieren und gleichzeitig neue Preistreiber beschließen", heißt es weiter.

Ob die von Economica berechneten Preissteigerungen tatsächlich eintreten, hängt von der endgültigen Ausgestaltung des Gesetzes und der weiteren Entwicklung bei alternativen Kraftstoffen und Elektroautos ab.

wil, Akt. 20.10.2026, 12:24, 20.10.2026, 12:22