Richtig üble Nachrichten für alle, die im kommenden Jahr einen Urlaub mit dem Flugzeug planen! Ryanair-Chef Michael O'Leary warnt vor einem massiven Anstieg der Flugpreise in Europa. Tickets könnten 2027 um bis zu 20 Prozent teurer werden, sagt er. Der Grund: explodierende Treibstoffkosten und ein schrumpfendes Angebot an Flugverbindungen.
"Wir werden im nächsten Jahr in Europa einen Anstieg der Flugpreise um zehn, 15, vielleicht sogar 20 Prozent erleben", erklärte O'Leary am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Brüssel.
Der Ryanair-Boss geht sogar noch weiter: Europa müsse sich in den kommenden zwölf Monaten auf den größten Anstieg der Flugpreise seiner Geschichte einstellen.
Hintergrund der düsteren Prognose sind vor allem die stark gestiegenen Kerosinpreise infolge des Iran-Kriegs. Viele Fluggesellschaften haben sich gegen die höheren Treibstoffkosten für das kommende Jahr kaum abgesichert.
Ryanair selbst ist derzeit noch vergleichsweise gut geschützt. Als der Konflikt Ende Februar ausbrach, hatte die Fluglinie bereits 80 Prozent ihres Treibstoffbedarfs bis März 2027 zu einem Preis von 67 Dollar pro Barrel abgesichert.
Ab April 2027 sieht die Lage allerdings deutlich schlechter aus. Für das kommende Geschäftsjahr hat Ryanair erst 15 Prozent seines Treibstoffbedarfs zu 85 Dollar pro Barrel abgesichert. Auch bei anderen europäischen Fluggesellschaften sieht der Ryanair-Chef ab April 2027 große Risiken durch fehlende Preisabsicherungen.
Doch nicht nur die Treibstoffkosten könnten Flugreisen deutlich verteuern. O'Leary rechnet damit, dass durch Pleiten und Übernahmen von Fluggesellschaften im kommenden Jahr weniger Sitzplätze auf dem europäischen Markt verfügbar sein werden.
Die Kombination aus höheren Kosten und einem geringeren Flugangebot könnte die Ticketpreise zusätzlich nach oben treiben.
Dass Flugverbindungen auch aus anderen Gründen gestrichen werden, zeigt Ryanair selbst. Die Billigfluglinie kündigte in Brüssel an, für den Winterflugplan 20 Strecken und mehr als eine Million Sitzplätze in Belgien zu streichen. Grund dafür ist die geplante Erhöhung der belgischen Flugsteuer von derzeit zwei auf sieben Euro ab Jänner.