Streit um Ticketsteuer

Billigflieger-Rückzug: Jetzt knallen Ticketpreise hoch

Wizz Air weg, Ryanair bremst: Der Disput um die hohen Standortkosten in Österreich hat jetzt massive Auswirkungen auf die Preise von Flugtickets.
18.10.2026, 14:06
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Das Festhalten der Bundesregierung an der Ticketsteuer von 12 Euro bzw. sogar 30 Euro auf kürzeren Strecken zieht immer weitere Kreise. Denn – weil Billigflieger wie Wizz Air und Ryanair ihre Kapazitäten zunehmend ins viel günstigere Bratislava bzw. nach Budapest verlagern, verliert der Flughafen Wien massiv an Passagieren.

Wien verliert, Bratislava legt um 99 Prozent zu

Konkret ist Wizz Air seit 15. März 2026 in Wien Geschichte. Auch Ryanair hat nach monatelangen Drohungen und Gesprächsversuchen mit der Regierung die Konsequenzen gezogen und ihre in Wien stationierte Flotte schrittweise von 19 auf nur noch 12 Maschinen reduziert – mit der Option auf weitere Streichungen.

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Die Folgen für den Flughafen sind verheerend: Von Jänner bis im September ging die Zahl der in der Bundeshauptstadt abgefertigten Fluggäste um 4,5 Prozent zurück, während Bratislava um 99 Prozent (!) zulegen konnte. Bei dem nur 55 Kilometer von Wien entfernten Nachbar-Airport deshalb schon jetzt fix: Es wird das beste Jahr aller Zeiten!

Wien und Niederösterreich auf den Barrikaden

Angesichts der alarmierenden Entwicklung haben jetzt Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Landeshauptfrau von Niederösterreich, und Michael Ludwig (SPÖ), Bürgermeister von Wien, Stellung bezogen – nicht zuletzt aufgrund ihrer Beteiligung von jeweils 20 Prozent an der Flughafen Wien AG. Sie fordern, die Flugabgabe generell zu streichen (Mikl-Leitner) bzw. eine "ehrliche Evaluierung" (Ludwig) der Sinnhaftigkeit.

Österreich: +12 Prozent; Slowakei: –56 Prozent

Was jüngste Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat ebenfalls zeigen: Auch Österreichs Fluggäste haben unter der unerfreulichen Entwicklung erheblich zu leiden. Denn – im Jahresabstand sind die Preise für Flugtickets bei uns um 12 Prozent gestiegen. Auch Deutschland, wo Ryanair angesichts der hohen Standortkosten ebenfalls das Angebot gekürzt hat, ging es um 7 Prozent nach oben. Anders in der Slowakei: Hier gaben die Preise um unglaubliche 56 Prozent nach, Ungarn verbilligte sich um immerhin fast 12 Prozent.

tmw, 18.10.2026, 14:06