Der nächste Kostenschub

Spar-Chef warnt bereits vor neuen Preissteigerungen

Im Lebensmittelhandel könnte es wieder teurer werden. Spar-Vorstand Markus Kaser sieht vor allem bei den Energiekosten ein Problem.
17.10.2026, 18:59
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Die Lebensmittelpreise könnten in Österreich erneut stärker unter Druck geraten. Spar-Vorstand Markus Kaser sieht dafür vor allem steigende Energiekosten verantwortlich.

Die Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Lebensmittel hält er hingegen für wenig wirksam. Das sagte er im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung".

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Die Teuerung im Spar-Warenkorb liege derzeit bei rund einem Prozent und zeige eine rückläufige Tendenz, erklärte Kaser. Bei einzelnen Produktgruppen wie Brot, Backwaren, bestimmten Milchprodukten und Konserven seien die Preise sogar gesunken.

Steigende Energiekosten könnten sich seiner Einschätzung nach jedoch zeitverzögert auf die Lebensmittelproduktion und damit auf die Preise auswirken.

Energie statt Lebensmittel günstiger machen

Kaser fordert deshalb, Energie günstiger zu machen, statt einzelne Lebensmittel steuerlich zu begünstigen. Die Senkung der Mehrwertsteuer sei aus seiner Sicht eine Fehlkonstruktion. Er bezweifelt, dass sie für Konsumenten einen großen Effekt hat, und verweist auf den Aufwand für Unternehmen.

Auch internationale Krisen beobachtet der Handel. Bei der Lebensmittelversorgung gebe es wegen des Nahostkonflikts derzeit keine unmittelbaren Probleme, sagte Kaser. Schwierigkeiten zeigten sich jedoch bereits bei Zulieferern von Geschäftsausstattung.

Die Lieferketten seien nach früheren Krisen widerstandsfähiger geworden, weshalb Unternehmen eher auf alternative Anbieter ausweichen könnten.

Für Aufsehen sorgt außerdem das geplante Ende der Tiefkühlgemüseproduktion von Ardo in Groß-Enzersdorf. Spar sei davon überrascht worden, habe aber innerhalb von zwei Tagen eine Ausweitung der Produktion beim langjährigen Partner Schneiders Gemüsewelt im Marchfeld vereinbart. Der Betrieb soll künftig mehr Gemüse herstellen und zusätzliche Bauern einbinden.

Die Trockenheit belastet laut Kaser auch Teile der heimischen Landwirtschaft. Bei einzelnen Produkten, darunter Äpfeln, könnten deshalb Importe früher als üblich notwendig werden.

Eine Gefährdung der Lebensmittelversorgung sieht der Spar-Vorstand nicht. Die schwierigen Bedingungen für heimische Produzenten könnten allerdings anhalten.

red, 17.10.2026, 18:59