Nach mehreren Salmonellen-Erkrankungen warnt die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) vor bestimmten Cocktailtomaten aus Italien. In Österreich sind seit Ende Juli 29 Menschen im Zusammenhang mit dem Salmonellen-Ausbruch erkrankt.
Sieben Betroffene mussten im Spital behandelt werden. Bei 21 Personen wurde die Infektion mit Salmonella Strathcona bereits mikrobiologisch bestätigt, acht weitere Fälle gelten derzeit als wahrscheinlich.
Die Erkrankten waren zwischen zehn Monaten und 79 Jahren alt, das mittlere Alter lag bei 36 Jahren. 59 Prozent der Betroffenen waren männlich.
Die meisten Fälle wurden in Oberösterreich (7) gemeldet. Dahinter folgen Wien und Salzburg mit jeweils sechs Erkrankungen. In Tirol, Niederösterreich und der Steiermark wurden jeweils drei Fälle registriert, in Kärnten einer.
Sechs Betroffene dürften sich im Ausland angesteckt haben – fünf davon in Italien und eine Person in Kroatien.
Die AGES warnt im Auftrag des Gesundheitsministeriums ausdrücklich vor dem rohen Verzehr von Cocktailtomaten aus den sizilianischen Regionen Ragusa und Caltanissetta. Die Tomaten werden mit einem wiederkehrenden Ausbruch des seltenen Salmonellen-Typs Salmonella Strathcona in Verbindung gebracht.
Besonders tückisch ist, dass Salmonellen nicht nur an der Oberfläche von Tomaten haften können. Unter bestimmten Bedingungen können die Bakterien auch in das Innere der Pflanze gelangen.
Das bedeutet: Selbst gründliches Waschen kann eine mögliche Verunreinigung nicht vollständig beseitigen. Die AGES rät deshalb ausdrücklich dazu, betroffene Cocktailtomaten vor dem Essen ausreichend zu erhitzen.
Der aktuelle Ausbruch betrifft nicht nur Österreich. Seit Juli 2026 wurden in zehn europäischen Ländern mehr als 160 bestätigte Infektionen registriert. Bei über 100 weiteren Erkrankungen steht die molekulare Bestätigung noch aus.
Das Problem ist zudem nicht neu: Seit Jänner 2023 wurden europaweit mehr als 800 bestätigte Fälle in über 17 Ländern erfasst.
Ende 2025 konnte die AGES den betreffenden Salmonellen-Stamm in Bio-Cherrytomaten aus Sizilien nachweisen. Derselbe Erreger wurde außerdem im Bewässerungswasser eines sizilianischen Tomatenproduzenten gefunden.
Erste Befragungen der österreichischen Erkrankten deuten auch heuer auf einen Zusammenhang mit Italien-Aufenthalten und dem Verzehr von Tomaten hin. Genetische Untersuchungen zeigen zudem, dass die aktuellen Erreger eng mit jenen aus früheren Ausbrüchen verwandt sind.
Das spricht für eine Kontaminationsquelle, die möglicherweise bereits seit mehreren Jahren besteht.
Nach Einschätzung der europäischen Gesundheitsbehörde ECDC bleibt die Gefahr weiterer Infektionen bestehen, solange belastete Tomaten verkauft werden. Ohne eine Klärung der Ursache und wirksame Gegenmaßnahmen könnten auch in den kommenden Jahren neue Ausbrüche auftreten.
Die AGES betont, dass ihre Warnung keine Aussage darüber trifft, wer für eine mögliche Verunreinigung verantwortlich ist. Verbraucher sollen Cocktailtomaten aus den genannten Regionen jedenfalls nicht roh essen, sondern vor dem Verzehr gründlich durcherhitzen.