Harter Schlag für den Flughafen Wien und Tausende Reisende: Die irische Billig-Airline Ryanair dünnt ihr Angebot drastisch aus. Im eben vorgestellten Winterflugplan 2026 zieht die Fluglinie gleich vier in Wien stationierte Flugzeuge ab. Das kostet auf einen Schlag 80 Arbeitsplätze. Gleichzeitig werden zwölf Destinationen gestrichen.
Betroffen sind die Verbindungen ab Wien nach Lanzarote, Kopenhagen, Dubrovnik, Nis, Marseille, Salerno, Riga, Sevilla, Tel Aviv und Warschau. Hinzu kommen die Stansted-Flüge ab Klagenfurt und Linz.
Verantwortlich dafür machen Ryanair-Chef Michael O'Leary und Österreich-Boss Andreas Gruber die Bundesregierung. Der Vorwurf: Die Koalition unter Bundeskanzler Christian Stocker weigere sich beharrlich, die heimische Luftverkehrssteuer von zwölf Euro abzuschaffen und die Flugsicherungsgebühren zu senken.
Die seien seit der Corona-Pandemie um 60 Prozent nach oben geschossen. In Verbindung mit einem 30-prozentigen Gebührenplus am Airport Wien mache das Österreich im Vergleich zu "kostensenkenden Ländern" wie Slowakei, Schweden, Ungarn und Italien "völlig wettbewerbsunfähig".
Ein völliger Abzug aus der Bundeshauptstadt ist dennoch kein Thema. Es gebe weiter ein klares Commitment zum Standort Wien, erklärt Andreas Gruber im Talk mit "Heute". Allerdings werde man das Engagement nicht in der gleichen Intensität wie bisher aufrechterhalten, so Gruber.
Bedeutet im Klartext: Aus ursprünglich 19 in Wien stationierten Maschinen sind mittlerweile nur noch 12 geworden. Sollte die Bundesregierung nicht endlich aktiv werden, sei auch eine weitere Reduktion nicht auszuschließen, warnt Gruber.
Weiter aufrecht bleibt laut dem Airline-Manager das Angebot von Ryanair, bis zu zehn neue B737-Flugzeuge im Wert von einer Milliarde US-Dollar in Wien zu stationieren und das Passagieraufkommen um gut 70 Prozent auf zwölf Millionen pro Jahr zu steigern. Vorausgesetzt die Bundesregierung erfüllt die Ryanair-Forderungen.