Ryanair zieht sich in Wien weiter zurück. Die Fluggesellschaft bestätigte am Mittwoch (7.10.) Kürzungen für den österreichischen Winterflugplan 2026. Demnach werden vier bisher in Wien stationierte Flugzeuge abgezogen. Laut Ryanair sind davon auch 80 Arbeitsplätze betroffen.
Zusätzlich stellt die Fluglinie zwölf Strecken ein. Als Grund nennt Ryanair die aus Sicht des Unternehmens hohen Kosten am Standort Österreich. Konkret kritisiert die Fluggesellschaft die österreichische Luftverkehrssteuer in Höhe von 12 Euro sowie gestiegene Flugsicherungs- und Flughafengebühren.
Nach Angaben von Ryanair seien die österreichischen Flugsicherungsgebühren seit der Corona-Pandemie um 60 Prozent gestiegen, die Gebühren am Flughafen Wien um 30 Prozent.
Besonders scharf geht die Fluglinie mit der Bundesregierung unter Kanzler Christian Stocker ins Gericht. Ryanair fordert schon länger die Abschaffung der Luftverkehrssteuer und niedrigere Standortkosten.
Auch ein im Juni angekündigtes Hilfspaket für die Luftfahrt in Höhe von 30 Millionen Euro stößt bei Ryanair auf Kritik. Nach Darstellung der Fluggesellschaft sei bisher nicht klar, wie das Geld eingesetzt werden soll. Das Paket werde am grundsätzlichen Kostenproblem des Standorts nichts ändern, argumentiert Ryanair.
Für 2026 rechnet Wien laut Ryanair mit einem Rückgang von drei Millionen Passagieren. Die Fluggesellschaft verweist gleichzeitig auf andere europäische Länder wie die Slowakei, Schweden, Ungarn und Italien, die Luftverkehrssteuern abgeschafft beziehungsweise Gebühren gesenkt hätten.
Ryanair-Chef Michael O'Leary spart dabei nicht mit persönlichen Angriffen auf den Bundeskanzler. Er wirft der Regierung Untätigkeit vor. "Die heute angekündigten Kürzungen von Flugzeugen und Strecken im Winterflugplan 2026 sind das direkte Ergebnis des Versagens der Stocker-Regierung, diese schädliche Steuer abzuschaffen", erklärt O'Leary.
Der Ryanair-Chef fordert Stocker auf, das angekündigte 30-Millionen-Euro-Paket zu streichen und stattdessen die Luftverkehrssteuer von 12 Euro abzuschaffen. Den Einnahmenausfall beziffert Ryanair mit weniger als 140 Millionen Euro.
Nach Ansicht O'Learys könnte eine Abschaffung der Steuer zusätzliches Verkehrs- und Tourismuswachstum bringen. Bleibe Österreich hingegen ein Hochpreisstandort, würden Flugzeuge, Strecken und Passagiere weiterhin in günstigere EU-Nachbarländer abwandern, warnt der Ryanair-Chef.