Preise steigen ab 2027

Kanal, Müll, Öffis – das wird in Wien alles teurer

Nach der Erhöhung auf 467 Euro steht bei den Wiener Linien bereits die nächste Teuerung bevor. Doch nicht nur die Fahrscheine werden teurer.
André Wilding
07.10.2026, 09:48
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Auf die Wiener Öffi-Fahrer kommt die nächste Preiserhöhung zu. Die Jahreskarte der Wiener Linien soll 2027 erneut teurer werden. Wie hoch der neue Preis ausfallen wird, steht allerdings noch nicht fest.

Erst heuer wurde der Preis der Jahreskarte deutlich von 365 auf 467 Euro angehoben. Künftig sollen die Tarife jährlich an die Inflation angepasst werden. Bei einer Teuerung von dreieinhalb Prozent würde die Jahreskarte etwa 483 Euro kosten.

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Betroffen sind nicht nur Jahreskarten. Auch Einzelfahrscheine und Monatskarten sollen teurer werden.

Jährliche Anpassung ist neu

Dass die Wiener Linien ihre Preise künftig jeweils zu Jahresbeginn anpassen, ist eine Neuerung. Vor der Einführung der 365-Euro-Jahreskarte im Jahr 2012 wurden die Tarife nur unregelmäßig erhöht.

Die nächste Öffi-Teuerung trifft die Wiener zudem nicht allein. Ab Jänner steigen nämlich auch die Gebühren für Wasser, Kanal und Müll. Für Haushalte summieren sich damit mehrere höhere Fixkosten.

WIFO-Inflationsexperte Josef Baumgartner erklärt gegenüber dem ORF: "Wenn die Lohneinkommen oder auch die Pensionen hinter der allgemeinen Inflationsentwicklung zurückbleiben, dann werden diese natürlich insgesamt das verfügbare Haushaltseinkommen dämpfen"

Die Inflation in Österreich sei im internationalen Vergleich zudem "persistent", also stärker verfestigt als in anderen Ländern. Während der Inflationsdruck andernorts schneller nachlasse, würden die Preissteigerungen in Österreich langsamer zurückgehen.

Opposition kritisiert Erhöhung

Die bevorstehende Anpassung sorgt bereits für politische Kritik. Die Grünen verlangen eine "Öffi"-Preisbremse und warnen vor Mobilitätsarmut.

Die ÖVP fordert, die automatische jährliche Erhöhung zu stoppen und stattdessen bei der Stadt einzusparen. Die FPÖ macht Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) für die steigenden Preise verantwortlich. Sima verweist wiederum auf die Wiener Linien.

Diese erklären zur geplanten Anpassung: "So wie ÖBB und VOR werden die Wiener Linien – wie vergangenen Herbst angekündigt – ihre Tarife jährlich am Verbraucherpreisindex orientiert anpassen. Wir sind derzeit in der finalen Ausarbeitung. Alle Detailinfos dazu folgen noch im Herbst."

Wie viel die Wiener ab 2027 tatsächlich für Jahreskarte, Einzelfahrschein und Monatskarte bezahlen müssen, ist damit noch offen.

wil,07.10.2026, 09:48