Was anfangs als ganz normaler Einsatz für die Wiener Polizei begann, endete in einem kleinen Skandal. Aber alles auf Anfang: Die Causa nahm ihren Ursprung am 29. Mai. Damals standen Beamte der WEGA und ihre Kollegen vor der Wohnungstür eines 32-jährigen Türken, berichtet die "Krone".
Der Mann stand im Verdacht, mit Drogen zu tun zu haben. Tatsächlich entdeckten die Polizisten ein paar Gramm Suchtgift. In weiterer Folge klickten für den Verdächtigen die Handschellen, auch sein Auto – ein Audi – wurde beschlagnahmt. Einsatzende war um 1 Uhr in der Nacht.
Zwei Wochen später war der Türke, der wegen Drogendelikten angezeigt wurde, schon längst wieder aus dem Arrest entlassen worden und musste eine komische Entdeckung in seinem Briefkasten machen. Eine Anonymverfügung über 70 Euro flatterte ins Haus. Demnach soll der Audi in einer Section-Control auf der Ostautobahn A4 geblitzt worden sein.
Beim Blick aufs Datum und die Uhrzeit wurde der 32-Jährige jedoch stutzig. Es war die Nacht, in der er in Handschellen abgeführt wurde. Eine Stunde nach Einsatzende saß also nicht der Besitzer, sondern die Beamten hinter dem Steuer des Audi.
Unklar ist, warum die Polizisten noch eine Stunde nach Abschluss des Einsatzes mit dem Audi unterwegs waren. Gegenüber der "Krone" wollte man aus Datenschutzgründen nichts zum Vorfall sagen.
Der Anwalt des 32-Jährigen, Nikolaus Rast, hingegen hat sich in der Tageszeitung zu Wort gemeldet. Ihm zufolge habe sein Mandant die Strafe beglichen. Einen Einspruch wolle sich der Jurist allerdings noch offen lassen.