Im Mai hat sich für Damian Betschart ein Traum erfüllt: Er wechselte zu Radio SRF 1 und durfte dort als Moderator starten. Doch mit dem neuen Job kam auch viel Druck. Kurz vor seiner ersten Moderation der Musiksendung "Jukebox" wurde es ihm zu viel – er bekam eine Panikattacke, wie "20 Minuten" berichtet.
"Schon die Woche vor der Moderation machte ich mir Druck, da 'Jukebox' ein legendäres Format bei Radio SRF 1 ist", erinnert sich Damian gegenüber 20 Minuten. In seiner Not suchte er das Gespräch mit seinem Chef. "Er sagte, es sei kein Problem, wenn ich mich noch nicht ready fühle. Jemand anderes könne die Moderation übernehmen. Ich entschied mich aber, dass ich es durchziehen will", erzählt der 41-Jährige.
Am Tag der Sendung war Damian schon beim Aufwachen nervös, ihm war schwindlig und übel. "Im Auto auf dem Weg ins Büro hatte ich dann die Panikattacke. Ich fuhr bei einer Raststation raus und musste mich kurz beruhigen", schildert er. Mithilfe von Atemübungen und einem Telefonat mit seinem Partner schaffte er es, die Angst zu überwinden.
Im Büro angekommen, konzentrierte sich Damian auf die Vorbereitung der vierstündigen Show. Seine jahrelange Erfahrung am Mikrofon half ihm dabei. "Ich sagte mir: Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Selbst wenn mir ein Fehler unterläuft, geht die Welt deswegen nicht unter."
Während der Moderation kam plötzlich Ruhe und sogar Freude auf. "Ich kam in einen richtigen Flow und konnte so sehr ich selbst sein in einer Show wie schon lange nicht mehr", sagt Damian. Rückblickend meint er, dass diese Premiere bei "Jukebox" eine seiner besten Moderationen überhaupt war.
Das positive Erlebnis während der Sendung hat Damian sehr geholfen, die Panikattacke zu verarbeiten. "Mein Partner, der als Mental Coach arbeitet, ist ebenfalls eine große Stütze", sagt Betschart. Seitdem hatte er keine Panikattacken mehr. Angst, dass es wieder passieren könnte, hat er nicht. "Ich weiß jetzt, wie ich damit umgehen kann, und vertraue auf mich und mein Können."
Seine Erfahrungen hat Damian auch auf Linkedin geteilt – und damit viele Menschen berührt. Die große Zahl an positiven Rückmeldungen hat ihn überwältigt. "Viele haben offen ihre eigenen Erlebnisse geteilt und sich bei mir für den Mut bedankt."