Dürre in Niederösterreich

Stadt Krems fordert Maßnahmen: Kamp teilweise trocken

Der Große Kamp in Niederösterreich ist stellenweise komplett ausgetrocknet. Um ein Fischsterben zu verhindern, lässt die EVN mehr Wasser in den Fluss.
Newsdesk Heute
04.08.2026, 08:41
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Die anhaltende Dürre hat den Großen Kamp in Niederösterreich an seine Grenzen gebracht. Im Bereich Jettsdorf (Bezirk Tulln) ist der Fluss stellenweise völlig ausgetrocknet – dort, wo normalerweise rund 15 Meter breit und etwa einen Meter tief Wasser fließt.

Für Anrainer ist das ein erschreckender Anblick. Die extreme Trockenheit setzt nicht nur dem Fluss selbst, sondern auch den darin lebenden Tieren massiv zu.

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EVN erhöht Wassermenge

Um ein großflächiges Fischsterben zu verhindern, hat die Bezirkshauptmannschaft Krems den Energieversorger EVN um Hilfe gebeten. Das Unternehmen reagierte und erhöht nun die Wasserabgabe aus dem Stausee Ottenstein deutlich.

Statt bisher 1.400 Liter pro Sekunde fließen jetzt 2.000 Liter pro Sekunde in den Kamp. Erst rund 36 Stunden später erreichte das zusätzliche Wasser den betroffenen Abschnitt des Flusses und sorgte dort für eine leichte Entspannung.

Hitze verschärft die Lage

Die Probleme sind damit aber längst nicht gelöst. Wegen der anhaltenden Hitze verdunstet weiterhin viel Wasser. Zusätzlich wird der Kamp an einer Wehranlage auf zwei Gerinne – den Großen Kamp und den Mühlkamp – aufgeteilt, wodurch in einzelnen Abschnitten noch weniger Wasser ankommt. Regen ist laut Prognosen derzeit nicht in Sicht. Die Pegelstände sinken deshalb weiter.

Lage in ganz Niederösterreich kritisch

Nicht nur der Kamp leidet unter der Trockenheit. Auch Flüsse wie Pielach und Traisen führen derzeit so wenig Wasser, dass Fische zunehmend ums Überleben kämpfen. In vielen Regionen haben Betreiber von Wasserkraftwerken deshalb bereits freiwillig zusätzlich Wasser in die Flüsse abgegeben. Nach Angaben des Landes herrscht derzeit flächendeckend Niederwasser in Niederösterreich.

Dürre wird zur Daueraufgabe

Experten rechnen damit, dass extreme Hitze- und Trockenperioden künftig häufiger auftreten werden. Deshalb müsse verstärkt in die Renaturierung der Gewässer investiert werden. Mehr Uferbewuchs und Schatten spendende Bäume könnten helfen, Flüsse und Bäche besser vor Überhitzung zu schützen.

Trotz der zusätzlichen Wassermenge bleiben viele Kleinwasserkraftwerke entlang des Kampes vorerst außer Betrieb – die Durchflussmenge reicht vielerorts noch immer nicht aus.

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