Jetzt geht es tatsächlich los: Die ÖBB starten mit den Hauptarbeiten zur Attraktivierung der Verbindungsbahn in Wien. Die erste Bauetappe betrifft den Nordabschnitt zwischen Hütteldorf und der Schrutkagasse in Hietzing. Herzstück ist die neue Haltestelle "Wien Hietzinger Hauptstraße" – "Heute" berichtete.
Die neue Station soll Ende 2029 in Betrieb gehen. Die Strecke wird dort künftig auf einer rund 800 Meter langen Hochtrasse von den Wientalbrücken bis etwa zur Beckgasse geführt. Dadurch fallen die Bahnübergänge bei der Auhofstraße und der Hietzinger Hauptstraße weg. Zusätzlich wird in der Versorgungsheimstraße via Jagdschlossgasse eine Unterführung errichtet.
In Hietzing sorgt das Projekt auch für Sorgen bei Anrainern: "Besonders die unmittelbar betroffenen Anrainerinnen und Anrainer wird dies in nächster Zeit beschäftigen. Ich kann daher gut nachvollziehen, dass diese Ankündigungen Enttäuschung und Sorgen auslösen", erklärt die Hietzinger Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl (ÖVP) in einer Aussendung.
Als Bezirk werde es jetzt entscheidend sein, die Interessen der Menschen vor Ort konsequent einzubringen: "Im Austausch mit den ÖBB und der Stadt Wien werde ich dafür eintreten, die Auswirkungen der Baustelle so gering wie möglich zu halten und die Rahmengestaltung und Begrünung einzufordern", meint Zinkl weiter.
Für Fahrgäste bringt der Baustart aber auch erhebliche Einschränkungen. Von 4. Juli bis 6. September fährt die S80 nur zwischen Aspern und Hauptbahnhof. Die Stationen Matzleinsdorfer Platz, Meidling, Speising und Hütteldorf entfallen in diesem Zeitraum.
Ab 7. September bis mindestens Ende 2027 wird die Linie dann nur mehr zwischen Aspern und Meidling geführt. Ab Schulbeginn wird sie als S3 weiter nach Mödling verlängert. Grund dafür ist der notwendige eingleisige Betrieb während der Bauarbeiten.
Als Ersatz richten die ÖBB Busverbindungen zwischen Hütteldorf und Meidling ein. Diese halten unter anderem in Speising und bei der Hietzinger Hauptstraße. Ab September sollen die Busse werktags tagsüber im 15-Minuten-Takt fahren, sonst alle 30 Minuten. "Für viele wird das längere Wege und spürbare Umstellungen im Alltag bedeuten, auch, wenn ein Ersatzverkehr angekündigt wurde", betont die Bezirks-Chefin.
Im September sind zudem Planausstellungen im 13. und 14. Bezirk vorgesehen. Eine neu gestaltete Infobox in der Speisinger Straße 3 soll Anrainer während der gesamten Bauzeit informieren.
"Die ÖBB sind nun gefordert, transparente und laufende Informationen für die Bevölkerung, klare Kommunikation über die einzelnen Projektschritte sowie direkte Ansprechpartner für die Hietzingerinnen und Hietzinger bereitzustellen. Gleichzeitig nehmen wir die ÖBB in die Pflicht, alle Umwelt- und Anrainerschutzmaßnahmen laut Bescheid konsequent einzuhalten", so Zinkl abschließend.