Auch wenn sich die Grande Dame des Austropop, die mit Hits wie "Stoak wie a Felsen", "I wü di g'spian" oder "Flamenco Touristico" bekannt wurde, im Oktober 2022 aus gesundheitlichen Gründen von der großen Konzertbühne zurückgezogen hat, meldet sich Stefanie Werger nun musikalisch eindrucksvoll zurück.
Mit ihrem neuen Lied "So schene Leit" (erscheint am 17. April) setzt die Künstlerin ein klares Lebenszeichen – und zeigt, dass Kreativität und Lebensfreude keineswegs verstummt sind.
Rückblickend beschreibt die 74-Jährige ihren Abschied von der Bühne als einen bewussten und erfüllenden Moment: "Als die Scheinwerfer endgültig für mich ausgegangen sind, war ich glücklich über meinen von tosendem Applaus begleiteten Abgang und den Riesenerfolg meiner Abschiedstournee". Nach Jahren intensiver Arbeit habe sie zunächst die gewonnene Ruhe genossen.
Doch die Stille brachte auch eine unerwartete Wendung mit sich. "Plötzlich war alles aus, kaum jemand rief mich mehr an und keiner wollte was von mir, vielleicht auch nur, um mich zu schonen. Diese ungewohnte Stille hat mich schon bald erdrückt und meine Kreativität gelähmt."
Ein persönlicher Schicksalsschlag verstärkte diese Phase zusätzlich: Der Verlust ihres langjährigen Freundes und Gitarristen Goran "Gogo" Mikulec, der sie über drei Jahrzehnte begleitet hatte, führte sie in eine tiefe Schockstarre.
Unterstützung fand sie schließlich in ihrem privaten Umfeld: "Mein Mann hat liebevoll versucht, meine Seele wieder zu reanimieren, was mir endlich wieder die Kraft gab, neue Lieder zu schreiben."
Genau diese Kraft und Leichtigkeit spiegelt sich auch in ihrem neuen Song – produziert von Christian Kolonovits – wider. "So schene Leit" soll Menschen in herausfordernden Zeiten erreichen und ihnen ein Gefühl von Freude, Bewegung und Zusammenhalt vermitteln.
Mit gewohntem Charme nimmt Werger dabei auch gesellschaftliche Konventionen aufs Korn und bleibt ihrer Linie treu, Dinge nicht zu ernst zu nehmen, sondern mit einem Augenzwinkern zu betrachten.
"Ich habe Marken-Fetischisten schon immer gern ein wenig veräppelt, ohne ihnen ernsthaft nahe treten zu wollen. Jeder wie er möchte!" – dieser Ansatz zieht sich durch ihre Haltung.
Zwischen Bodenständigkeit, Humor und persönlicher Freiheit setzt sie auf Authentizität statt auf Inszenierung und zeigt damit einmal mehr, dass ihre Musik nicht nur unterhält, sondern auch Haltung transportiert.
"Es ist aber auch erlaubt, sich über hübsche No-Name-Produkte zu freuen, die längst out sind. Mir schmeckt ein südsteirischer Wein immer noch besser als Champagner, ich esse Grammeln im Sterz lieber als Trüffel und ziehe meist das Bequeme dem Modischen vor. Trotzdem laufe ich nicht verwildert herum. Bevor ich mir jedoch eine gebrauchte Handtasche von Hermes um weit über 60.000 Euro kaufe, trage ich meine Ausgehutensilien im Geschirrhangerl!", so die Sängerin abschließend.