Steigen Zahlen weiter? – "Oster-Effekt noch offen"

Menschen auf der Mariahilfestraße (Symbolbild)
Menschen auf der Mariahilfestraße (Symbolbild)Mirjam Reither / picturedesk.com 
Dr. Hasibeder sagt, wovon die Entwicklung der Corona-Lage nun abhängt. Unter anderem stehe derzeit noch der Effekt der Osterfeiertage aus. 

Am späten Montagnachmittag sagte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, wie die Bundeshauptstadt im Kampf gegen Corona weiter vorgehen wird. Kaum überraschend verkündete er die Entscheidung, dass der derzeit in der Ostregion gültige Lockdown in Wien bis 2. Mai verlängert wird. Dementsprechend werden auch Handel und Dienstleister so lange geschlossen bleiben. Im Gegensatz dazu sollen aber die Schulen schon früher wieder öffnen dürfen. Hier ist ein Distance Learning bis zum 25. April vorgesehen.

Die größten Sorgen bereitet die Lage in den Intensivstationen. Es drängt sich die Frage auf, ob der verlängerte Lockdown ausreicht, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen. Nach Wien hat auch Niederösterreich die Entscheidung getroffen, das Bundesland bis zum 2. Mai im Ruhemodus verweilen zu lassen. Doch reicht das aus oder sollte das gesamte Land in einen Lockdown gehen? Hierzu äußerte sich am Montagabend Dr. Walter Hasibeder, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI), im Puls24-Interview mit Alina Marzi.

Gleich eingangs schilderte der ÖGARI-Präsident, dass die Lage ständig zu beobachten sei, sowie von Woche zu Woche zu schauen sei, wie sich das Infektionsgeschehen weiter entwickle.

 "Was ich ganz sicher sagen kann, ist, dass die Patienten, die jetzt erkrankt sind, (..) sehr, sehr lange auf Intensivstationen liegen werden und deswegen schon im Vorhinein die Plätze für Wochen - unter Umständen auch über einen Monat - besetzt sind."

Zudem sei derzeit noch unklar, wie sich der "Effekt der Osterfeiertage" auswirken werde. Jene Patienten die sich im Rahmen dieser Tage infizierte haben, "werden in diesen Tagen schön langsam in den Spitälern aufschlagen und dann kommen sie auf die Intensivstation". 

Osten kritisch, Westen stabil

Im Osten spitzt sich die Lage auf den Intensivstationen immer weiter zu. Sollte es so weitergehen, könnte es schon bald zur Triage in den Krankenhäusern kommen. Die Situation mit der Intensivauslastung sei im Westen hingegen zur Zeit sehr stabil. Andere Bundesländer können im Falle eines Mangels an Intensivbetten einspringen, "sind auch bereit, Patienten aus dem Osten zu übernehmen, wenn die Situation kritisch ist, oder, wenn es wirklich notwendig ist", erklärt Hasibeder. 

Sollte sich eine ähnliche Situation in den anderen Bundesländern anbahnen, so sei es notwendig, rechtzeitig einzuschreiten und einen harten Lockdown zu verhängen - "das ist das Um und Auf". 

 Der Experte rät dazu, "dringend Menschenkontakte zu beschränken soweit es geht".

Erneut betont Hasibeder die Relevanz eines vorzeitigen, harten Lockdowns, sollte es zu einem weiteren Anstieg der Zahlen kommen. "Man muss immer zwei Dinge im Auge haben. Das erste ist: Dieser Virus kann nur mutieren und sich verändern in einem Wirt. Wenn wir alle Schutzmaßnahmen tragen, (..) die Maske richtig tragen, die Hände waschen und aufpassen im Kontakt, dass ein gewisser Abstand bleibt, ist die Infektionsgefahr de facto null. Und das zweite, wichtige - und da kann ich nur hoffen auf die Regierung und die Politik - ist, dass wir so schnell wie möglich geimpft werden."

Asthmaspray als Wundermittel

Der deutsche Politiker Karl Lauterbach erklärt auf seinem Twitter-Kanal, warum ein Asthma-Spray nun die Hoffnungen nährt, die Coronavirus-Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Konkret geht es in seinen Ausführungen um das Produkt Budesonid. Lauterbach hält das Präparat und die dazu durchgeführte Studie für einen "Game Changer".

Zwar verhindert das Präparat klarer Weise keine Covid-19 Infektion, es dürfte aber schwere Verläufe verhindern und auch die Folgen von "Long Covid", also die Spätfolgen deutlich mildern. Wichtig ist laut der Studie, dass Patienten schon in einem frühen Stadium der Corona-Erkrankung mit dem Mittel behandelt werden. (Mehr dazu hier >>)

Sofern sich die Annahme bestätigen sollte, "dann wäre das eine tolle Sache", so Hasibeder. Er verweist aber darauf, stets aufzupassen "bei den ersten Jubelmeldungen, bis sie sich in der Medizin als positiv erweisen. Aber schauen wir es uns an, das ist hochinteressant." 

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