Bei der entscheidenden Stichwahl am Sonntag setzte sich António José Seguro von der Sozialistischen Partei (PS) klar gegen André Ventura durch.
Laut 20 Minuten stimmten 66,7 Prozent der Wähler für den 63-jährigen Seguro, während Ventura auf 33,3 Prozent kam. Damit übernimmt Seguro das Amt vom bisherigen konservativen Präsidenten Marcelo Rebelo de Sousa, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten durfte.
In der ersten Runde Mitte Jänner hatte Seguro mit etwa 31 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit verfehlt. Ventura erreichte damals rund 24 Prozent, weshalb es zur Stichwahl kam.
Die Stichwahl galt für viele Beobachter auch als Gradmesser für den Rückhalt von Venturas Partei Chega (auf Deutsch: Es reicht). Die Partei wurde erst vor knapp sieben Jahren gegründet und ist mittlerweile bei der Parlamentswahl im Mai 2025 zur zweitstärksten Kraft hinter dem konservativen Bündnis von Premier Luís Montenegro aufgestiegen.
Im Wahlkampf setzte Ventura auf Konfrontation und schoss immer wieder scharf gegen Zuwanderer. "Portugal gehört uns", betonte er und ließ im ganzen Land Plakate mit Slogans wie "Wir sind nicht Bangladesch" und "Einwanderer sollen nicht von Sozialhilfe leben dürfen" aufhängen.
Politische Kompromisse lehnt Ventura ausdrücklich ab. Nach seiner Niederlage am Sonntag zeigte er sich kämpferisch und kündigte an, weiter auf eine "Transformation" in Portugal hinzuarbeiten.
Seguro hingegen distanzierte sich von Venturas scharfer Rhetorik. Er präsentierte sich als gemäßigter Kandidat und betonte seinen Willen zur Zusammenarbeit mit der Mitte-Rechts-Minderheitsregierung von Premier Montenegro.