Strache will Wohnsitz doch nicht öffentlich erklären

Heinz-Christian Strache: "Echter Wiener" oder doch ein Klosterneuburger? 
Heinz-Christian Strache: "Echter Wiener" oder doch ein Klosterneuburger? (Bild: Sabine Hertel)
Aus der angekündigten Erklärung, wo Strache nun tatsächlich lebt, wird nichts. Das Team Strache will das nun mit der Wahlbehörde klären.

Erst gestern wurde verlautbart, das in der Causa "Wohnsitz" nun der Anwalt von Heinz-Christian Strache am Zug sei. Noch für diese Woche wurde dazu eine Stellungnahme angekündigt. Doch daraus wird wohl nichts: Statt öffentlich eine Erklärung abzugeben, will das "Team Strache" dies Sache nun nur mit der Wahlbehörde klären. 

"Debatte mit hoher Emotionalität"

In der Debatte um Straches Wohnsitz gebe es "mittlerweile sehr viel Emotionalität. "Das hat alles eine Dynamik bekommen und muss nun sachlich mit der Behörde geklärt werden", so der Generalsekretär der Liste Team HC Strache, Christian Höbart heute, Dienstag. Der Kontakt mit der Behörde sei bereits hergestellt.

Aufgekommen war die Streitfrage, ob Strache nun in Wien oder in Niederösterreich seinen Wohnsitz und Lebensmittelpunkt hat. Wie berichtet, hatte die Kleinpartei "Wandel" den Ex-FPÖ-Chef wegen einem angeblichen Verstoß gegen das Meldegesetz angezeigt. Zusätzlichen Aufwind bekam die Causa durch eine Aussage von Straches Mutter im Zuge der Casino-Ermittlungen. 2019 soll sie ausgesagt haben, Strache wohne "seit mindestens 19 Jahren" nicht mehr in der Wohnung im 3. Bezirk.

Entscheidung der Wahlbehörde wohl Mitte August

Das Team Strache hatte dies bisher vehement zurück gewiesen. Vergangene Woche postete Strache auf Facebook auch eine Fotos mit seinen "lieben Nachbarn", die beweisen sollen, dass er sehr in Wien und nicht in Klosterneuburg lebe. Das letzte Wort hat nun die die Bezirkswahlbehörde in Landstraße. Dies soll dem Vernehmen nach in der zweiten Augusthälfte geschehen.

Zweite Anzeige gegen Strache

Am Dienstag wurde auch bekannt, dass bei der Wahlbehörde MA62 eine zweite, anonyme Anzeige gegen Heinz-Christian Strache einging. Darin heißt es, dass der Spitzenkandidat der Liste "Team HC Strache" gegen die Meldepflicht verstoße. Grund: Strache habe sich von seiner früheren Meldeadresse im 3. Bezirk weder ordnungsgemäß abgemeldet, noch habe er sich an seiner "derzeitigen Meldeadresse" in Weidling bei Klosterneuburg (NÖ) ordnungsgemäß angemeldet, wird in der Anzeige angeführt. Das mache eine Berichtigung des Wählerregisters notwendig – das würde hingegen Straches Antreten bei der Wien-Wahl am 11. Oktober endgültig verhindern. 

FPÖ-Chef Hofer droht nun mit Wahlanfechtung

Während die Wahlbehörde den Fall nun prüft, droht Straches Nachfolger an der Spitze der Bundes-FPÖ, Norbert Hofer bereits mit einer Anfechtung der Wahl. "Sollte der Wohnsitzlimbo des THC-Obmanns durchgewunken werden, wird es zu einer Wahlanfechtung kommen", schreibt Hofer auf Twitter. 

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Ebenfalls auf Twitter schoss Strache zurück: "Tweet eines Verzweifelten. Wer bereits 100 Tage vor einer Wahl die Anfechtung plant, hat offensichtlich sich selbst und seine Partei aufgegeben. Tausende FPÖ Funktionäre und Mitglieder werden ständig von ihrer Spitze enttäuscht. Besser ein Neubeginn mit mir als mit diesen Typen". 

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