SPÖ gegen FPÖ

Polit-Streit um Bau von Marchbrücke in NÖ

Dank eines Unternehmers kam im Sommer wieder Schwung in die Debatte um eine Marchquerung – jetzt sorgt das Thema in der Politik für Wirbel.
Erich Wessely
02.09.2026, 05:00
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Unternehmer Gerhard Küssler (59), der in Grub an der March (Bezirk Gänserndorf) einen Winzerhof führt, startete eine Initiative, um Bewegung in den Bau einer Straßenbrücke über die March zu bekommen – binnen weniger Tage unterstützen ihn bereits Tausende Betroffene. "Heute" berichtete hier.

Zwischen Angern und Záhorská Ves verkehrt nur eine Fähre über die March in die Slowakei. Das Problem: Die Fähre ist vom Wetter abhängig, kann etwa bei Niedrigwasser nicht fahren – das war heuer schon Dutzende Tage der Fall.

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"Bevölkerung braucht eine dauerhafte Marchquerung"

Zuletzt war 2023 eine Machbarkeitsstudie NÖ Straßendienstes für eine dauerhafte Straßenverbindung südlich von Angern durchgeführt worden. "Die Bevölkerung braucht eine dauerhafte Marchquerung bei Angern, das steht außer Frage", betont nun Landesvize Udo Landbauer (FP). Die Studie soll auf den aktuellen Stand gebracht und eine "vernünftige Lösung" gefunden werden.

"Wir brauchen eine vernünftige Lösung"

Landbauer erklärt, was derzeit realistisch ist: "Ich kann heute keine Brücke versprechen, deren Finanzierung nicht geklärt ist. Wir brauchen eine vernünftige Lösung, die verkehrlich etwas bringt, wirtschaftlich tragfähig ist und vor allem den klaren Willen der Bevölkerung berücksichtigt. Gleichzeitig arbeiten wir mit den beiden Donaubrücken bereits an zwei Jahrhundertprojekten, die enorme Investitionen erfordern. Deshalb gilt auch bei der Marchquerung: Ja, wir wollen eine dauerhafte Verbindung. Aber mit Hausverstand, einer tragfähigen Finanzierung und ohne leere Versprechen."

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"Wollen dieses Projekt ernsthaft angehen"

Dennoch betont der Verkehrslandesrat: "Es muss in der Region eine direkte und verlässliche Straßenverbindung zwischen Niederösterreich und der Slowakei geben. Deshalb wollen wir dieses Projekt ernsthaft angehen und die bestehende Machbarkeitsstudie in einem ersten Schritt auf den aktuellen Stand bringen, damit wir eine klare Entscheidungsgrundlage haben und alle wissen, welche Möglichkeiten es gibt."

SPNÖ-Klubobmann Rene Zonschits begrüßt eine Marchquerung, Landbauers Aussagen seien jedoch "wenig glaubwürdig". Seit drei Jahren sei Landbauer für Verkehr zuständig, passiert sei in der Brückenfrage "nicht das Geringste". Auf die Ankündigungen müssten "Taten folgen".

Für Diskussionen sorgen die Kosten: Die Schätzungen reichen von 35 Mio. Euro („regionale Prüfung“) bis 120 Mio. Euro, "wie es aus Landbauers Büro heißt", so Zonschits. "Bevor man große Ankündigungen macht, sollte man seine Hausaufgaben erledigen und vernünftige Zahlen auf den Tisch legen", fordert Zonschits.

"Realistisch zehn bis 15 Jahre"

Er warnt davor, der Bevölkerung unrealistische Hoffnungen zu machen: "Wenn alle Planungen, Behördenverfahren, Prüfungen und die Finanzierung geklärt sind, sprechen wir realistisch von zehn bis 15 Jahren, bis eine Brücke befahrbar sein kann." Die regionalen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP würden seit Jahren Gespräche mit der slowakischen Seite führen, so Zonschits weiter: "Nicht erst wegen der aktuellen Dürre, sondern weil verlässliche Marchquerungen für unsere Region notwendig sind. Wir suchen nach Lösungen mit Hausverstand, statt die Bevölkerung mit Ankündigungen zu verunsichern."

"Geringfügige Baggerarbeiten"

Auch Angerns Bürgermeister Robert Meißl (SP) steht einem Brückenstandort südlich von Angern natürlich positiv gegenüber, sieht kurzfristig aber auch bei der Fähre eine Lösung: "Mit geringfügigen Baggerarbeiten könnte die Fähre innerhalb weniger Tage wieder fahren. Gespräche dazu hat es bereits gegeben, die Arbeiten wurden bislang jedoch von slowakischer Seite abgelehnt. Es wäre begrüßenswert, wenn man auch seitens des Landes NÖ eine Unterstützung bekommen würde."

"Wir wollen eine dauerhafte und verlässliche Marchquerung – aber mit seriöser Planung, realistischen Zahlen und gemeinsam mit der Bevölkerung. Denn 35 Millionen Euro für eine vernünftige Marchquerung bei Angern und weitere Investitionen in den Brückenstandort Hohenau würden der Region Aufwind geben", so Zonschits und Meißl.

Und: Heute, Mittwoch, hat Landtagsabgeordneter und Gänserndorfs Bürgermeister René Lobner zu einer Pressekonferenz mit dem Thema "Brücke über die March" geladen. Das Thema ist jetzt wieder in der Politik angekommen.

{title && {title} } wes, {title && {title} } 02.09.2026, 05:00