„Vereinbarter Kompromiss"

Streit um Ortstaxen-Stopp – Novak spricht Machtwort

Die Wiener Hoteliers wollen die nächste Erhöhung der Ortstaxe stoppen. Tourismusstadträtin Barbara Novak weist die Forderung zurück.
Wien Heute
30.09.2026, 21:56
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die Wiener Hotellerie will die nächste Erhöhung der Ortstaxe stoppen – doch die Stadt Wien hält daran fest. Vizebürgermeisterin und Tourismusstadträtin Barbara Novak (SPÖ) weist die Forderung zurück und pocht auf den bereits vereinbarten Stufenplan.

Seit Juli 2026 beträgt die Wiener Ortstaxe fünf Prozent. Im Juli 2027 soll sie auf acht Prozent steigen. Genau dagegen laufen die Wirtschaftskammer Wien und die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) Sturm. Die Branche warnt vor sinkenden Erlösen und fordert, die zweite Erhöhung auszusetzen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Machtwort von Novak

Novak sprach nun ein Machtwort. Die zweite Stufe sei kein neuer Vorschlag der Stadt, sondern Teil eines gemeinsamen Kompromisses. "Die zweite Stufe der Ortstaxen-Anpassung ist kein neuer Vorschlag. Sie wurde gemeinsam mit der Branche vereinbart. Wer jetzt die zweite Stufe aussetzen will, stellt einen gemeinsam mit der Branche vereinbarten Kompromiss infrage. Verlässlichkeit ist eine Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Tourismusstandorts Wien", erklärt die Tourismusstadträtin.

Hoteliers sehen Lage kritisch

Die Hotelbranche argumentiert dagegen mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Laut einem von der Wirtschaftskammer herangezogenen STR-Hotelbenchmark sank die durchschnittliche Auslastung im August von 75,3 Prozent im Vorjahr auf 74,1 Prozent. Auch der durchschnittlich erzielte Zimmerpreis ging von 115,60 auf 114,10 Euro zurück.

"Rekordnächtigungen dürfen nicht über sinkende Erlöse hinwegtäuschen. Die Ortstaxe noch einmal massiv anzuheben wäre falsch", warnte Hotellerie-Obmann Felix Neutatz. ÖHV-Landesvorsitzender Alexander Ipp verwies ebenfalls auf steigende Kosten und sinkende Einnahmen.

Stadt verweist auf Tourismus-Boom

Die Stadt hält dagegen und verweist auf die Gesamtentwicklung. Von Jänner bis August 2026 wurden in Wien 13,083 Millionen Nächtigungen gezählt – vier Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. Der Netto-Nächtigungsumsatz lag von Jänner bis Juli bei rund 758 Millionen Euro und damit zwei Prozent über dem Vorjahreswert.

"Entscheidend ist nicht ein einzelner Monat, sondern der langfristige Trend. Und der zeigt für Wien klar nach oben: vier Prozent mehr Nächtigungen und steigende Umsätze", sagt Novak. Gleichzeitig ist das Bettenangebot gewachsen: Im August standen rund 85.500 Hotelbetten zur Verfügung, etwa 2.400 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Erhöhung war bereits 2025 nach Gesprächen zwischen Stadt, Wirtschaftskammer Wien, Österreichischer Hotelvereinigung und WienTourismus als Stufenmodell vereinbart worden. Ursprünglich war eine stärkere und frühere Anhebung geplant, letztlich wurde die Erhöhung auf fünf Prozent ab Juli 2026 und acht Prozent ab Juli 2027 gestaffelt.

Millionen für die Stadt

Die Ortstaxe wird vom Gast bezahlt und ist in Wien nicht ausschließlich für touristische Zwecke zweckgewidmet. Die Einnahmen fließen damit auch in Bereiche wie Infrastruktur, öffentlichen Verkehr, Grünräume und das Stadtbild.

Für die Hotellerie bleibt die geplante zweite Stufe dennoch ein Streitpunkt. Ab Juli 2027 soll die Ortstaxe nach geltender Regelung bei acht Prozent liegen. Novak hält am vereinbarten Fahrplan fest.

red,30.09.2026, 21:56
Weitere Storys